Interview

7 FRAGEN – 8 ANTWORTEN
Dr. Torben Giese

7 FRAGEN – 8 ANTWORTEN mit Dr. Torben Giese - re.flect Stuttgart

Dr. Torben Giese – Direktor des Stadtmuseums Stuttgart:
 

Seit wann lebst du in Stuttgart?

Bisher noch gar nicht, aber was noch nicht ist, kann gerne werden!

 

Samstag 20 Uhr – wo trifft man dich?

Mittlerweile zumeist zu Hause. Arbeitsbelastung und Alter zollen Ihren Tribut!

 

Welcher Ort in Stuttgart wird deiner Meinung nach unterschätzt?

Für mich eindeutig die Haltestelle Staatsgalerie in ihrem jetzigen diskutablen Zustand. Nirgends ist für mich Stuttgart urbaner und rauer – ein Ort mit einer ganz eigenen, großstädtischen Ästhetik.

 

Stuttgart in einem Filmtitel / Song?

Mutterstadt von den Massiven Tönen. Was sonst?

 

Wovon braucht Stuttgart mehr?

Stuttgart braucht definitiv mehr Mut zur eigenen Urbanität. Stuttgart ist eine pulsierende Großstadt. Und das ist trotz all der damit einhergehenden Nachteile gut so! Angesichts der Kessellage und der explodierenden Miete könnte es auch ein paar mehr Freiräume für spannende Kulturen fernab des vermeintlichen Mainstreams geben inklusive einer schönen Veranstaltungsfläche im Grünen für kleine und größere Festivals mit junger Musik.

 

Wovon weniger?

Schön wäre weniger negative Energie und weniger Angst vor der Zukunft der Stadt. Sich über die eigene Stadt zu ärgern, heißt zwar einerseits sie zu lieben. Aber ohne Engagement, diese Probleme in dem Stuttgart der Zukunft gemeinsam mit anderen zu lösen, bleibt der Ärger sinnlos. In der Zukunft liegt die Chance, all dies über das wir uns heute aufregen, gemeinsam zu lösen.

 

Wie würde dein Stadtwappen aussehen?

Geisteswissenschaftler malen bekanntlicherweise mit Worten und für mich gleicht Stuttgart einer riesigen Skateboardbowl, in der sich alle tummeln, austoben und bewegen. Und an den Rändern wird sich ausgeruht, gechillt und dem Treiben in der Bowl zugeschaut. Irgendwie kommt mir dieses Bild immer wieder, wenn ich von Karlshöhe, Killesberg oder Solitude auf die Stadt schaue…

 
Foto: © Stadtmuseum Stuttgart, Aufnahme: arge lola

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