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Turntablerocker

Als Michael „Michi“ Beck aka „Hausmarke“ und Thomas „Thomilla“ Burchia 1994 in einem Stuttgarter Plattenladen zum ersten Mal übereinander stolperten, konnte noch niemand ahnen, was für ein Kreativ-Feuerwerk dieses Treffen nach sich ziehen würde. ...

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Deichkind-Interview: „Ein Spiel mit den Mächten des Wahnsinns!“

Sie sind verrückt nach Neonfarben, Trampolinen, Bierduschen und LED-Lampen, finden, dass Arbeit nervt, und wo auch immer sie hinkommen sorgen sie mit ihren (größen-)wahnsinnigen Bühnenshows für Krawall und Remmidemmi: Die Hamburger HipHop-Elektro-Formation Deichkind. Diese besteht nach einigen Neubesetzungen und dem plötzlichen Tod des Produzenten Sebastian „Sebi“ Hackert im Jahr 2009 heute aus Gründer Kryptik Joe aka Philipp Grütering (MC, Beats), Ferris Hilton aka Ferris MC (MC), Porky (Bass, MC) und DJ Phono und hat in den letzten zehn Jahren mit dem „TecRap“ mal eben eine neue Musikrichtung erfunden. Nun kommt am 10. Februar 2012 mit „Befehl von ganz unten“ das fünfte Studioalbum der Deichkinder auf den Markt und mit der dazugehörigen Deutschlandtour (Start: 1. März 2012) werden sie beweisen, dass sie noch lange nicht am Limit sind. re.flect hat mit Porky gesprochen und von ihm erfahren, wie die neue Bühnenshow aussehen wird, was Deichkind von illegalen Downloads hält und warum die alte Weltordnung aufgelöst werden sollte.

Am 10. Februar 2012 erscheint euer neues Album „Befehl von ganz unten“. Ich hab’s schon rauf und runter gehört und hatte richtig Spaß …
Freut mich – ich find’s auch richtig gut! Das Letzte war so ein bisschen brechstangenmäßig. „Befehl von ganz unten“ ist viel relaxter. Wir haben nicht mehr das Gefühl, dass wir irgendwem was beweisen müssen, sondern machen einfach nur noch das, was uns gefällt.

Im März geht’s mit der „Befehl von ganz unten“-Tour los. Was erwartet die Konzertbesucher?
Outfittechnisch machen wir uns vorab kaum Gedanken. Wat man sich da nu für Perücken aufsetzt oder wie viel Farbe man sich sonst wohin klatscht, bleibt jedem Performer selbst überlassen. Es ist alles erlaubt, nur keine Zivilkleidung. Und was die Leute showtechnisch erwartet, ist wirklich heftig! Wir haben eineinhalb Jahre lang selbst an dem Ding gebaut! Dieser Miniatur-Showtrailer mit den Puppen, der im Netz zu sehen ist, zeigt wirklich 1:50 das Originalbühnenbild. Wir haben 28 zum Teil 4,50 Meter hohe Säulen, die mit Kameras ausgestattet und so programmiert sind, dass sie sich auf einem Strichcode-Muster selbstständig zur Musik bewegen können. Die Bühne macht eine Choreografie für uns!

Was gefällt euch an diesem Größenwahn?
Ich selber hab dann immer ein bisschen Angst und uns ist wichtig, dass die Leute auch so’n bisschen Angst kriegen. Ein unangenehmes Behagen – das muss da sein. Paranoia, die Mächte des Wahnsinns, die Faszination des Bösen – damit wollen wir spielen.

Auf welcher Droge machen die kommenden Deichkind-Konzerte wohl am meisten Spaß?
(Wie aus der Pistole): Freiheit!

2008 habt ihr lautstark betont, dass Arbeit nervt. 2012 kommen die Befehle von ganz unten – haben sich in euren Augen die Machtverhältnisse in den letzten vier Jahren verändert?
Es wird auf jeden Fall nicht so weiter gehen, wie bisher. Das sieht man ja auch in der ganzen Welt. Deichkind ist aber keine Band, die anderen ihre Meinung aufdrückt. Der Titel „Befehl von ganz unten“ ist ein starker Slogan, wo jeder automatisch was Eigenes reininterpretiert.

Was glaubt ihr, welche Rolle das Internet bei diesen Entwicklungen spielt? In „Illegale Fans“ beschreibt ihr das Internet als Widerstand der Massen, Rebellion und Waffe …
Das Internet ist definitiv eine Waffe. Vor allem kann es als Waffe missbraucht werden. Was ich persönlich denke, ist, dass sich das Internet langsam selbstständig macht. Das finde ich beunruhigend.

Andererseits kann das Internet aber auch eine Chance für den kleinen Mann sein, sich gegen die Obrigkeit zu behaupten, oder? In „Illegale Fans“ heißt es ja: „Wir zerbröseln jede eurer Strategien mit einem Mausklick!“ …
Auf jeden Fall! Und ich find’s auch an der Zeit! Die Menschen wurden lange genug ausgebeutet. Die Kirche hat’s im Mittelalter angefangen. Versteh mich nicht falsch: Nichts gegen Glauben, aber Gott braucht kein Buch und auch keine monatliche Spende und auch kein Haus, um den Menschen die Welt und das Leben zu offenbaren. Aber zum Internet möchte ich noch Folgendes sagen: Leude, wenn ihr keine Kohle habt, saugt euch die neue Deichkind-Platte runter! Wenn ihr ein richtig geiles Booklet haben wollt mit fetten Bildern und guter Soundqualität, dann kauft euch das Album. Das lohnt sich, denn in ihrer fast 20-jährigen Karriere sind Deichkind richtig gute Handwerker geworden.

Mit illegalen Downloads habt ihr also kein Problem?
Genau – man braucht sich nicht einkaufen, um Deichkind-Fan zu sein! Ich bin froh, wenn sich die Leute für unsere Musik interessieren und gut finden, was wir machen. Ich habe genug kreatives Potenzial in mir, um auch noch anders Geld zu verdienen. Der Musikindustrie geht es so gut wie nie, übrigens – es ist die Plattenindustrie, der es schlecht geht. Vinyl ist Erdöl mit ner Rille drin. Musik ist vibrierende Luft.

Verdient man mit den Plattenverkäufen überhaupt noch was?
Joa, wir verdienen da so’n ganz bisschen mit. Das meiste läuft über die Gema, wenn ein Song im Radio läuft und so …

Kommen die Gema-Gebühren bei den Künstlern überhaupt noch an?
Nee … Ach, das ist mir auch egal. Ich bin ein hart arbeitender Zigeuner, der mit seiner Sippe auf Tour geht und da seine Anerkennung und sein Geld verdient. Ich seh’ das alles gar nicht so schwarz. Das Internet ist da und die Kids von heute sind es gar nicht mehr gewohnt, dass Musik nicht immer frei zur Verfügung steht. Und warum sollte man solche Leute verknacken oder denen Geldstrafen aufbrummen – zumal die Künstler an den Mahngebühren nichts verdienen.

Es ist ja auch sehr bezeichnend, dass nicht die Künstler die reichsten Leute im Musikbusiness sind, sondern die Bosse der Plattenfirmen …
Ja. Und Metallica, die Napster verklagen, finde ich auch echt albern. Warum eigentlich? Ist in deren eigener Welt zu Hause so wenig los, dass man sich über so was aufregen muss? Ich hab so viel mit meiner Familie, meinem Privatleben und meiner Band zu tun, da mach ich mir doch um so was keinen Kopp! Was soll das? Für mich ist es eh das Gleiche, ob ich 30.000 Euro oder 3.000 Euro auf’m Konto hab. Wenn ich pleite bin – dann mach ich mir Gedanken.

Lebst du noch in Hamburg?
Nee, ich leb jetzt auf’m Land. Ich hab´ keinen Bock mehr auf die Ciddy. Die Leute sind mir zu crazy da. Als ob alle Leute nur noch rumstrampeln und gar nicht mehr wissen, was los ist. Ich habe mein eigenes Land gegründet. So, wie Thomas D. das auch hat, nur dass hier Fleisch gegessen wird und es keine Kommune ist, sondern meine eigene Area. Aber natürlich ist bei mir jeder jederzeit herzlich willkommen.

Du hast einen kleinen Sohn – was sagst du ihm, wenn du ihn abends ins Bett bringst?
Gute Nacht! Und dann pack ich ihn in ein großes imaginäres Geschenk ein, damit sich keine Mächte von außen an ihm vergreifen können. Damit er ruhig schlafen kann ohne Sorgen.

… und wenn er dich fragt, worauf es im Leben ankommt?
Auf den Bauch kommt es an! (Längere Pause, dann traurig:) Am liebsten würde ich ihm alles selbst beibringen, aber in die Schule muss er ja nun mal leider. Die Kinder werden kategorisiert und bewertet, damit sie funktionieren im System … Lesen, Schreiben, Rechnen. Das soll er lernen. Den Rest soll er vergessen! Ich hatte zum Beispiel immer 4er und 5er in der Schule, nur in Musik hatte ich immer ne 1. Aber Musik war an der Realschule, an der ich war, nichts wert und so wurde mir immer das Gefühl gegeben, dass aus mir nichts wird. Und das sitzt mir bis heute im Unterbewusstsein. Ich kann auf’m Hurricane Festival spielen und 70.000 Leute jubeln mir zu, aber wenn ich nach Hause fahre, spüre ich wieder das verängstigte Kind in mir, das denkt, dass es nichts kann.

Ehrlich? Ein so erfolgreicher Künstler wie du hat noch solche Selbstzweifel?
Ja. Das ist etwas, das mir eingebrannt wurde und nie weggehen wird. Und das ist das, was ich vorhin schon mal meinte: Es wird Zeit, dass die alten Strukturen endlich verschwinden.

Vorsätze für 2012?
Heil durch die Tour kommen. Ansonsten freue ich mich einfach auf alles, was noch kommt. Vorsätze hab ich nicht. Ich bin ein sehr glücklicher Mensch.


„Befehl von ganz unten“ erscheint am 10.02.12
deichkind.de
facebook.com/Deichkind


Interview: Mareile Kurtz
 
 

James Blake Essential Mix

Das Wunderkind am Klavier und den Synthies hat für BBC Radio 1 einen Essential Mix abgeliefert, den wir euch natürlich nicht vorenthalten wollen. Viel Spaß!

James Blake - BBC Radio 1 Essential Mix (2011-09-17) by Hypetrak
 
 

Red Hot Chili Peppers

plaudern aus dem Nähkästchen ...

Seit ihrem letzten Longplayer-Release sind mittlerweile fünf Jahre vergangen – nun melden sich die Red Hot Chili Peppers mit ihrem neuen Album „I’m With You“ zurück. Die erste Singleauskopplung „The Adventures Of Rain Dance Maggie“, vereint lässigen RHCP-Groove mit bizarren Percussion-Elementen und verschrobenem Gitarrensound und macht definitiv Lust auf mehr. Anthony Kiedis und Neuzugang Josh Klinghoffer plauderten in diesem Zusammenhang ein wenig über den Songwriting-Prozess, Mastermind Rick Rubin und darüber, was im Leben wichtig ist ...

Am 26. August wird eure neue Platte „I’m With You“ released. Wie würdet ihr das neue Album beschreiben?

Anthony: Der Titel selbst lässt schon recht gut erahnen, in welche Richtung das Ganze geht – „I’m With You“ steht für Verbundenheit und auf eine bestimmte Art und Weise auch für eine gewisse Solidarität. Wir haben gemeinsam mit viel Herzblut an dieser Platte gearbeitet – viel geschrieben, gejamt und geschwitzt. Dieses Gefühl der Zusammengehörigkeit zieht sich natürlich auch spürbar durch die Songs.

Handelt der Albumtitel „I’m With You“ von der Beziehung zwischen euch Bandmitgliedern oder eher von den Fans?

Anthony: Von beidem. Darüber hinaus geht es aber auch um Außenstehende/Randgruppen: die Birmanen und die Äthiopier, Menschen die sich für den richtigen und Menschen die sich für den falschen Weg im Leben entschieden haben.

„The Adventures Of Rain Dance Maggie“ hebt sich für euch von den anderen Songs ab. Warum habt ihr ihn als Lead-Single ausgesucht?

Anthony: Die Auswahl haben wir zugegeben nicht ganz allein getroffen. Das hätte vermutlich gar nicht funktioniert. Jeder von uns hatte einen anderen Song im Kopf, den er sich als Lead-Single hätte vorstellen können. Wir bekamen deshalb Unterstützung von unserer Braintrust – ein paar Leuten, die schon eine halbe Ewigkeit mit uns abhängen, mit einem beneidenswerten Sinn für Musik und einer Idee davon, mit welchem Song sich die Menschen wohl am ehesten verbunden fühlen würden, wenn sie ihn im Radio hören.

Josh, erzähl uns mal, wie du letztendlich in der Band gelandet bist?

Josh: Nun, mit den Jungs bin ich mittlerweile schon über 10 Jahre befreundet. Wir haben schon in der Vergangenheit viel gemeinsam musiziert und ich selbst habe auch schon mit befreundeten Bands gespielt. Ab und zu sind dann alle zusammengekommen um gemeinsam zu jammen und jetzt werden sie mich eben nicht mehr los. So ist das.

Anthony: Was das angeht spielte auch Bob Forrest eine wichtige Rolle. Mit 17 spielte Josh gemeinsam mit ihm in einer Band – „The Bicycle Thief“. Die Red Hot Chilli Pepers wiederum sind seit Ewigkeiten eng mit Bob befreundet, auch musikalisch arbeitete man schon zusammen. Jedenfalls ist Josh dann irgendwie bei uns reingerutscht und seither ist er eben da.

Und Josh passt perfekt in die Band?

Anthony: Natürlich – das lief alles super ungezwungen und irgendwie war es klar, dass es darauf hinausläuft. Wir sind wirklich sehr dankbar, dass Josh zum richtigen Zeitpunkt greifbar war und nun bei uns ist, er bereichert die Band ungemein. Manchmal kommt es uns so vor, als wären wir seiner Band beigetreten und nicht andersrum – als hätte seine Soloband noch drei weitere Musiker gebraucht zur Vervollständigung und das waren eben wir.

Wie lief der Songwriting-Prozess mit der neuen Besetzung?

Anthony: Der Prozess des Songwritings selbst besteht eigentlich weitestgehend daraus, sich gemeinsam in einem Zimmer zu versammeln und zu musizieren. Man teilt seine Ideen mit den anderen und erzeugt magische Momente. Außerdem brachte Josh einige Song-Ideen mit ein, welche er in den letzten Jahren gesammelt hatte. Aus diesen Ansätzen kreierten wir viel Neues. Ich würde also sagen, es lief bestens.

Wie lange hat das Songschreiben gedauert, bis alles fertig war?

Josh: Wir haben mit Sicherheit ein Jahr gemeinsam musiziert und vieles ausprobiert. Jeder hatte Unmengen an Ideen und so entstanden oftmals auch mehrere Versionen eines Liedes. Uns war es sehr wichtig, so viel gemeinsame Zeit wie möglich zu verbringen, bevor wir uns an die Studioaufnahmen machten.

Ihr habt wieder mit Rick Rubin zusammengearbeitet. Ist er für euch die beste Wahl?

Anthony: Hätten wir uns jemals einem anderen Produzenten anvertraut, könnten wir das wohl beurteilen – haben wir aber nicht. Seit wir denken können ist da Rick. Eigentlich nehmen wir uns immer vor, den Blick über den Tellerrand zu wagen. Das klappt aber nie so richtig und aus irgendeinem Grund landen wir dann immer wieder bei Rick. Aber das ist gut so – die Zusammenarbeit mit ihm könnte besser nicht sein und aus ihr sind schon viele großartige Dinge entstanden. Rick liebt Musik und er macht einen großartigen Job. Irgendwann schauen wir uns vielleicht mal nach jemand anderem um. Irgendwann …

Auf „I’m With You“ arbeitet ihr mit einer Fülle an unterschiedlichen Instrumenten ...

Josh: Ja, Flea und ich haben in den letzten Jahren viel am Klavier komponiert und auch einige andere Instrumente ausprobiert, Trompeten zum Beispiel. Das Ergebnis ist auf dem neuen Album zu hören. Außerdem hatten wir einen hervorragenden Schlagzeuger am Start, Marow Refosco aus Brasilien. Die Zusammenarbeit mit ihm hat definitiv ihre Spuren hinterlassen. Das lag vor allem daran, dass sein Part live mit unserem eingespielt wurde.

Anthony: Mit live ist gemeint, dass der Prozess nicht wie sonst via Overdubbing ablief, sondern Marow tatsächlich zeitgleich mit uns im Studio stand. Eine völlig neue Erfahrung, ziemlich abgefahren.

Und zu guter letzt: was ist wichtig im Leben?

Anthony: Fragt ihr das immer? Ich denke das wichtigste im Leben ist es, diese Frage an das Ende jedes Interviews zu setzen. Nein, im Ernst: es ist wichtig neugierig zu sein und belehrbar. Und gegen ein paar Streicheleinheiten am Ende des Tages ist auch nichts einzuwenden, aber nur am Ende des Tages ...

Vielen Dank für das Interview!


Ab Oktober 2011 befinden sich die RHCP auf Deutschland-Tournee.
Ihr neues Album „I‘m With You” erscheint am 26.08.


redhotchilipeppers.de
 
 

DATA MC bandelt mit Dubstep an

Nicht mehr ganz frisch, aber dennoch fresh sind die Dubstep-Allüren denen sich DATA MC dank Acts wie Sabbo, Vadim und Jahcoozi hingibt. Zu dem Remix von Vadim gibt es auch ein nettes Video in Schwarzweis und mit The Electric und Yarah Bravo.

Check and dig it!
 
 

Robot und John

Es ist beneidenswert, wenn man sich als Produzent und Künstler die Leute raussuchen kann mit denen man zusammenarbeitet und dabei nicht die Angst haben muss, dass sein Haus wegen einer falsch verstandenen oder zu populären Kollabo abbrennt (siehe Rusko x Britney Spears, wobei man das nicht unbedingt auf fanatische Britney Spears-Fans oder sektiererische Dubstepper schieben, sondern vielleicht dem Karma anhängen darf).

Karma, Wischnu und Ganesha hin oder her, der Berliner Avantgarde-Überproduzent und multikollaborist Robot Koch hat über die Jahre durchweg erstklassige Alben und einzigartige Produktionen und Remixe für für Künstler abgeliefert, die verschiedener nicht sein können und vielleicht für Mißmut in den jeweiligen Lagern geführt haben. Deswegen werden ein paar in einer Reihe genannt, die diese Variation zum Ausdruck bringen: K.I.Z., King Cannibal, Max Mutzke, Bassnectar, Jenniver Rostock, Marsimoto, Data MC, Envy und die Liste kann fortgesetzt werden.

Man muss nicht alle mögen, darf auch gerne verachten und sich schmollend in die Ecke legen weil die Realness nicht mehr gegeben ist. Da sind ja die HipHopper nicht weit entfernt von den Dubsteppern, Indierockern oder Schnulzenschunklern. Alles legitim. Aber tonale Pflichtleküre, fernab von jeglicher Genrementalität, ist das neueste Projekt mit Underground-Rapper John Robinson selbst für HipHop Abstinenzler die sich nur noch darauf freuen, wenn EL-P ne neue Scheibe rausbringt oder Ugly Duckling mal wieder einen auf Meat-Shake machen.

Die Platte trägt den treffenden Namen "Robot Robinson" welcher sehr gut wiedergibt was sich dahinter verbirgt: Eine Symbiose aus hochkarätigen Produktionen zwischen Soulful, Grime, Shredding, Glitch und Boombap und den sich perfekt einbindenden Raps. Inhaltlich mag man Johnson vielleicht ein paar Punkte ankreiden können, aber es ist dennoch ein in sich geschlossenes Konstrukt, welches man sich mehr und mehr in die Popkultur dieser Tage wünscht.

 
 

Norman Sinn – der neue Zögling von Grönemeyer

Was macht Sinn? Eine Frage, so elementar und universell wie das Leben selbst. Eine Frage, die den Fokus auf die Essenz jeder einzelnen Entscheidung legt. Eine Frage, die sich nicht nur an den Kern der Dinge richtet, sondern gleichzeitig auch an ihren Ausgangspunkt zurückführt.




Im Falle der musikalischen Ausrichtung von Norman Sinn liegt dieser Ausgangspunkt im alten Güterbahnhof von Erfurt, dem Zughafen einem freien Netzwerk von kreativen Köpfen, Organisatoren und Firmen, in deren Schoß seit knapp zehn Jahren einige namhafte Musiker zu ernstzunehmenden Künstlern herangereift sind darunter Clueso, Ryo und eben Norman Sinn, der bis vor kurzem noch unter dem Künstlernamen Bates firmierte. Mit dieser Namensänderung wollte ich einen klaren Schnitt machen und mich noch mal vollkommen neu positionieren , erläutert der 32-jährige. Diese Platte ist mein persönlicher Soundtrack für diesen Neuanfang.



Norman Sinn ist ein musikalischer Weltreisender und Mitbegründer des Erfurter Zughafens. Was seinen Musikstil betrifft, bedient sich Norman Sinn an allem was ihm gefällt, von Pop, Rock, Hip-Hop, Funk bis hin zu Jazz. Norman Sinn ist seit 2004 rund um den Globus auf Konzert- und Workshop-Tourneen unterwegs, z.B. für die Goethe- Institute in Europa, Asien, Afrika, sowie Nord -und Südamerika. Er war jahrelang als Bates musikalisch unterwegs, vor allem als Co-Vocalist von Clueso. Jetzt legt er sein Pseudonym ab und tritt ins Licht. Zusammen mit Ryo belegte er beim Bundesvision Song Contest 2010 mit Planlos für Thüringen einen grandiosen sechsten Platz.

Die erste Singleauskopplung König ist ein Loblied auf Phantasie und Einmaligkeit, ein Weckruf für Eure Träume. In König besingt Norman Sinn die verschlungenen Wege auf seiner Suche nach Individualität. Ein Song, in dem sich jeder wiederfinden kann, der seinem Leben einen Sinn verleiht.

normansinn.de

 
 

K.I.Z. – Urlaub fürs Gehirn Musikvideo

Urlaub dank Lobotomie




Wurde auch langsam Zeit, dass nach dem kürzlich erschienenen Album ein MTVIVA-taugliches Musikvideo an den Start kommt, um die Jugend zwischen Werbung für Ortungs- oder Nacktscanner, Datingshows, Sofa-Hipstern oder Ed-Hardy tragenden New-Jersey-Ginos noch weiter schlechten Einflüssen aussetzen zu können. Moment, läuft bis auf DeluxeMusic eigentlich noch etwas außer Dauerwerbesendungen auf den besagten Sendern? Egal, vielleicht gibts ja bald Mixery Raw Deluxe Music und HipHop hat wieder eine Fernsehplattform.

In bester Gangsterfilm-Manier und einer Prise 40er/50er-Jahre Horrorfilm kommt "Urlaub fürs Gehirn" als erstes Video des gleichnamigen aktuellen Albums ins Fernsehen, oder die Videoportale (Bis wieder die nette Nachricht kommt, dass dieser Inhalt nicht verfügbar ist).

Lobotomie, Steckbriefe, Dreitagebart und Alt-Nazi-Doktoren: Alles was ein Video braucht ohne Fleischbeschau betreiben zu müssen.
 
 

The Toxic Avenger – Angst

Genre: French-Dance/NuRave


Gerade als man sich beim Beginn des Intros darauf freut, ein nettes Stückchen Electro in die Ohren gezuckert zu bekommen, wird man von der eiskalten Hand seines Kinderalptraums gepackt und dazu ermutigt, mit einem panischen Lächeln tanzend in die Boxen zu rennen, um mehr davon zu bekommen. Feinste Dancefloor-Euphorie, verpackt in NuRave-Sägen und stampfende Postpunk- Eskapaden – der giftige Rächer macht seinem Namen alle Ehre.

re.flect-Wertung: 4 von 6
 
 

Joy Denalane – Mauren

Genre: Soul/R&B/Pop


Das war eine Nachricht, die um die Welt ging: Max Herre und Joy Denalane sind wieder ein Paar. Da gratulieren wir natürlich herzlich, kann doch aus dieser Liaison nur etwas Positives entstehen. Ob sie vor oder nach dem Album bereits zusammen waren, spielt keine Rolle. Auf jeden Fall ist mit „Maureen“ nach dem englischen „Mamani“ wieder eine deutschsprachige Platte der German Queen of Soul auf dem Markt. Schon allein die erste Single, die positive Hymne „Niemand“ ist den Kauf wert …

re.flect-Wertung: 4 von 6
 
 

Paul Kalkbrenner – Icke Wieder

Genre: Techno


Nicht, dass man dem Herrn Kalkbrenner etwas nachsagen möchte, aber dass sein letztes Album so gut funktioniert hat, scheint wohl auf das aktuelle Werk übergeschlagen zu haben. Es ist gut, keine Frage, es wird Hallen füllen. Aber abgesehen von den dadaistisch- lustigen Titeln der einzelnen Tracks („Kleines Bubu“, „Schnakeln“, „Böxig Leise“ etc.) ist das nicht das ganz, ganz große Rad, das der Paule hier dreht. Man kriegt, was man von ihm erwartet: solide, verspielte Tracks im Kalkbrenner-Stil. „Icke Wieder“ halt.

re.flect-Wertung: 3 von 6
 
 

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