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Paul Kalkbrenner – Icke Wieder
Genre: TechnoNicht, dass man dem Herrn Kalkbrenner etwas nachsagen möchte, aber dass sein letztes Album so gut funktioniert hat, scheint wohl auf das aktuelle Werk übergeschlagen zu haben. Es ist gut, keine Frage, es wird Hallen füllen. Aber abgesehen von den dadaistisch- lustigen Titeln der einzelnen Tracks („Kleines Bubu“, „Schnakeln“, „Böxig Leise“ etc.) ist das nicht das ganz, ganz große Rad, das der Paule hier dreht. Man kriegt, was man von ihm erwartet: solide, verspielte Tracks im Kalkbrenner-Stil. „Icke Wieder“ halt.
re.flect-Wertung: 3 von 6
Motor City Drum Ensemble – DJ-KICKS
Genre: House/Soul/Jazz/HeadzDiese Compilation für das Traditionslabel !K7 dürfte der Schritt sein, mit dem Motor City Drum Ensemble endgültig in die Hall Of Fame der elektronischen Gegenwartsgeschichte eingeht. Der Analogsynthie-Addict und Raritätensammler eröffnet dem Hörer die Welt eines Musikliebhabers, dessen Wurzeln in NY, Detroit und Chicago gleichermaßen liegen. Die Songzusammenstellung beweist ein unglaubliches Wissen um die Genre-Historie sowie ein feines Gespür für Timing. Mit dabei: Tunes von Sun-Ra, Electric Wire Hustle, Mr. Fingers und Recloose. Genial!
re.flect-Wertung: 5 von 6
Bag Raiders – Bag Raiders
Genre: House/PopMit „Shooting Stars“ schossen sich die beiden australischen Produzenten Jack Glass und Chris Stracey aka Bag Raiders im letzten Jahr auf jede Tanzfläche und in jede DJ-Tasche rund um den Globus. Kein Wunder also, dass das Debütalbum in etwa so heiß erwartet wurde wie der Schluck Wasser nach einer Wanderung durch die Sahara. Dass sie sich in einem Bunker eingeschlossen haben, um die Platte an den Start zu bringen, wundert nicht – klingt doch kein Track wie der andere oder der eines anderen. Herausgekommen ist aalglatter, astreiner Dance-Pop für Disse und Cabrio.
re.flect-Wertung: 5 von 6
Data MC – Daily Miror
Genre: Electro/Soul/Blog-PopEine hochkarätige Mischung von kreativen Ressourcen verbirgt sich hinter Data MC, bestehend aus DJ San Gabriel, Sänger Ono und Produzent Walera. Walera zeigte sich verantwortlich für das Debüt-Album von The Tape, Gabriel bespielte als DJ Street- und Loveparade und Sänger Ono war früher Teil der HipHop-Crew Walking Large. Das zweite Album von Data MC zeugt von einer ausgeklügelten Kombination aus Rap und Gesang, ausgefeilter Produktion und ernsthafter Spielerei – und hat mit „Fever“ einen veritablen Hit an Bord.
re.flect-Wertung: 4 von 6
XV – Zero Heroes
Genre: HipHopBeats von Just Blaze und J.Cole, Features von Pusha T, Kendrick Lamar, Vado und Donnis – das Warner-Signing XV macht auf seinem neuen Free-Mixtape-Album definitiv Alarm. Doch nicht nur die Namensliste ist beeindruckend, sondern auch sein feines Gespür für eingängige Tracks und Hooks. Spring-Break-Banger wie „Foreign Exchange Student“, potentielle Singles wie „All For Me“ und Autobiografisches wie „Pictures On My Wall“ absolviert der Kerl mit Bravour. Ganz feines Teil, das es obendrein gratis auf xvmusic.bandcamp.com zum Download gibt. Holen!
re.flect-Wertung: 5 von 6
Ada – Meine Zarten Pfoten
Genre: Pop„Meine Zarten Pfoten“ scheint der vorerst erreichte Gipfel eines stetigen Strebens nach der hellsten Lichtquelle zu sein. Dance und Techno haben sie anfänglich begleitet. Jetzt ist es Pop, aber die Wurzeln stecken irgendwie noch in digitaler Erde, aus der sie Nährstoffe beziehen. Fein austarierte Percussions sind umgeben von warmen Stimmen oder Chören, und verspielte Synthesizerklänge und analoge Instrumente erinnern an das Familien-Heimvideo eines sonnigen Tages, aufgenommen mit 8mm-Film. Das hat auch DJ Koze überzeugt, der sie für sein Pampa-Label gesignt hat.
re.flect-Wertung: 4 von 6
Kaas – Liebe, Sex und Twilight Zone
Genre: HipHop/EurodanceIn absolut grasgrüner Gutmenschenmanier legt Rapper und Orsons-Viertel Kaas zwei Jahre nach dem medienaufwirbelnden Album „T.A.F.K.A.A.Z. :D“ nun mit einem Doppelalbum nach. Seine schon fast aufdringlichpositiven Texte über Liebe, Leben und Philanthropie werden nur stellenweise durch klassischere Rap-Tracks wie „Love&Hate“ mit Casper unterbrochen. Aber halt, das ist ja noch die zweite CD „Twilight Zone“: Ein Eurodance-Massaker mit Produzent Dirty Dasmo, das die silbernen Delfine aus dem Wasser springen lässt, wenn Nana (kein Spaß!) über Jesus rappt. Hmm …
re.flect-Wertung: 4 von 6
Ziggy Marley – Wild and Free
Genre: ReggaeDie Legende lebt! Bob Marley hat seinem Sohn Ziggy das musikalische Talent nicht nur in die Wiege gelegt, sondern wahrscheinlich auch in sein Fläschchen gefüllt. Die stilistischen Ähnlichkeiten lassen sich nicht leugnen. Mit seinem inzwischen vierten Solo-Album führt er die Legacy seines Vaters fort und erzählt Stories aus dem Leben, der Liebe und… aus den Hanfplantagen. Für den ersten Track und Titelsong „Wild And Free“ hat er sich übrigens Schauspieler Woody Harrelson ins Boot geholt, um die Hymne auf Mary Jane zu singen.
re.flect-Wertung: 3 von 6
Battles – Glos Drop
Genre: RockWenn selbst die Musiker- und Produzenten-Legende Brian Eno über diese Band sagt, er wünschte, er hätte diese Idee gehabt, dann muss etwas ganz besonderes an dieser Band dran sein. Mit ihrem vierten Album, welches auf Warp released wird, dürfte Enos Neid noch um einiges Größer werden. Für „Gloss Drop“ arbeiteten Battles unter anderen mit Gary Numan, Kompakt und Matias Aguayo zusammen und vereinen Avantgarde Rock, Techno- und Hardcore-Einflüsse miteinander.
re.flect-Wertung: 4 von 6
Beastie Boys – Hot Sauce Committee Part Two
Genre: HipHopLange hat man drauf warten müssen, doch plötzlich ging alles ganz schnell: Angeteasert mit einem Star-besetzten Kurzfilm, melden sich die drei New Yorker Weißbrote mit dem Recht auf Party zurück. Und um es vorweg zu nehmen: die Mittvierziger sind das beruhigende Beispiel, dass man auch im fortgeschrittenen, oder wie man so schön sagt: „besten“, Alter noch Rumkaspern darf. HipHop, der hörbar aus den 80ern stammt und zeigt, dass Vocoder und Synthesizer auch sinnvoll genutzt werden können.
re.flect-Wertung: 5 von 6




