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PLATTFORM 0617: LIEBES 2018
VON NINA DIAS DA SILVA

Ich bin sicher nicht die Erste, die sich jetzt schon an dich wendet. Bestimmt gab es solche Unterredungen auch mit den Jahren zuvor. Von Leuten, die sich wünschen, dass es ein gutes Jahr wird, dass ihre Träume in Erfüllung gehen und dass bei der Steuer mal was richtig geiles zurück kommt. Ich möchte mich da in diesem Jahr relativ kurz halten und es simpel formulieren: Bitte sei einfach kein Arschloch. Weiterlesen

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PLATTFORM 05/17: ROTZBOLLEN
von Michael Setzer

Du kannst auf jedes Element in der Vorschau klicken, um zum Snippet-Editor zu springen. SEO-Titel-Vorschau: PLATTFORM 05/17: ROTZBOLLEN - re.flect Stuttgart

Hab eine Frau angelächelt. In der Bahn. Nur ganz kurz und sie schaute auch sofort angewidert weg. Was sie nicht wusste: man kann Menschen auch anlächeln, ohne mit ihnen reden/bumsen oder gemeinsam Kehrwoche machen zu wollen – zum Beispiel, weil sie wahnsinnig gut oder irgendwie witzig aussehen, weil’s halt einfach freundlich ist oder eben, naja: weil die Frau einen stattlichen Rotzbollen am linken Nasenloch hängen hatte. Also, von mir aus gesehen links. Von ihrer Seite aus war das rechts. Weiterlesen

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PLATTFORM 04/17:
ICH WEISS, WAS DU LETZTEN SOMMER GETAN HAST – 2017 EDITION

Du hast ein Kartell gebildet.

Du bestellst immer noch kein Diesel in den Bars.

Du hast deinen Unmut auf einen Zettel geschrieben und auf Laternenmasten geklebt.

Du hast zur Wertschöpfung dieser Stadt beigetragen.

Du saßt zu oft und zu lange an der Sattlerei in Tübingerstraße.

Nachdem du dir bei Claus in der Tübingerstraße ein veganes Eis geholt hast.

Das Marienplatzfest war dir wieder zu voll, warst aber trotzdem vier Tage lang dort.

Du hast dich wieder zu lang für ein Eis am Kaiserbau angestellt.

Du hast auf der Westallee gesehen, wie MILFs die Tanzfläche eröffnen.

Die Westallee ist dein neues Lieblings-Straßenfest.

Du hast bei der Westallee die Wrap-Waffeln von Blub entdeckt und dich in eine 40 Meter Schlange angestellt.

Als du die Waffel mit circa 1.000 Kalorien schließlich hattest, hast du erst ein Bild gepostet und die Likes verfolgt .

Deine Lieblingshashtags auf Instagram waren #couplegoals und #instabräute.

Du hast Snapchat deinstalliert.

Du hast zu viele zoom-in-zoom-out-hin-links-rechts-Schwenk-Stories von Weinschorle hochgeladen.

Du hast zu oft schorlieren gesagt.

Du hast noch mehr Craft Beer getrunken als im Sommer 2016.

Du warst auf dem Freundeskreis-Konzert.

Du hast auf dem Freundeskreis-Konzert auf einen LED-Screen gestarrt.

Du hast nach dem Freundeskreis-Konzert irgendwas mit „Immer wenn es regnet“ gepostet.

Du bist stella gefahren.

Du hattest was mit Stella.

Stella hat die Affäre beendet, weil du einen Freund hast.

Ende Juli warst du extrem viel auf Pornhub, weil es extrem viel geschifft hat.

Dein Ehemann auch.

Du hast mit einer Coral-Packung vor einer Waschmaschine posiert.

Du weißt immer noch nicht, wie deine Waschmaschine funktioniert, weil du als 20jähriger Influencer und Entrepreneur noch bei Mama in Strümpfelbach wohnst.

Du dachtest, das DOQU ist die neue Stadtmitte.

Du fandest, dass es im DOQU keine gescheiten Läden gibt und bist wieder nach München zum Shopping gefahren. Mit deinen Mädels natürlich.

Dein Lieblingsladen im DOQU war die Sansibar. Wo du gerne 29 Euro für einen Burger ausgegeben hast.

Beim Grillen auf deinem Weber-Grill reichte dir aber wieder das Fleisch aus dem Discounter.

Die neue Biopflichtmülltonne der Stadt Stuttgart hast du im Keller verrotten lassen.

Du hast dich im Auto wieder zu oft über den Stau in Stuttgart aufgeregt.

Du bist wieder zu wenig Rad oder Öffentliche gefahren.

Du hast zu oft Stuggi gesagt, weil du immer noch dachtest, das ist cool.

Du hast dich zu oft über sinnlose Klickgalerien („Die 10 besten…“) in den lokalen Medien aufgeregt.

Deine Lieblingspatte war Dexter „Haare Nice, Socken Fly“.

Du konntest kaum glauben, dass der Sneakerladen Suppa schon fünf wird.

Du hast aber diesen Sommer eh wieder nur Birkenstocks oder Espandrillos getragen.

Du hast dein T-Shirt ganz lässig in die Bundfaltenhose gestopft, weil das am Tatti alle so gemacht haben.

Du konntest kaum glauben, dass der Burger King am Hans-im-Glück-Brunnen nicht läuft und hattest absolut kein Mitleid.

Du standest immer noch an der Theo und hast zu laute Karren bewundert.

Du standest vor dem verschlossenen Bad Berg und hast dich aufgeregt, dass es immer noch umgebaut wird.

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Wecker, Du Uhrensohn!

Wenn der Wecker morgens rasselt und der Tag nimmt seinen Lauf, ist die Stimmung mir vermasselt, denn ich steh’ so ungern auf.“ Was Laing in ihrem Song „Morgens immer müde“ ganz gut auf den Punkt bringen, ist die wenig überraschende Tatsache, dass die meisten Menschen ungern aufstehen – vor allem von Montag bis Freitag, wenn die Arbeitswoche ruft: „Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ Das ist ganz weit weg von „richtig Bock drauf“ und schreit noch lauter: „Gestörter Biorhythmus“. Weiterlesen

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Hör bitte auf!

Die Politiker der alten Garde haben ein Problem. Sie verlieren den Kontakt zur Jugend und vergessen gleichzeitig, wie alt sie eigentlich selbst schon sind. Altersdemenz bedeutet aber nicht, dass man automatisch seine gute Kinderstube ablegen darf und früher war auch nicht alles besser, nur weil man selbst steinalt ist. Den Kampf mit dem Altwerden müssen die alten Herren nicht in aller Öffentlichkeit austragen – sie können auch einfach aufhören. Alles andere birgt Gefahren, von peinlich bis taktlos. Weiterlesen

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„Aloha Nacktbar“

 

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich mich das letzte Mal wirklich sicher gefühlt habe. Die ARD warb damals auf beleuchteten Anzeigetafeln für die Themenwoche „Sterben“. Da stand in sehr großen Buchstaben: „Sie werden sterben. Lasst uns darüber reden“

Es ist nie verkehrt, nicht komplett blind durch die Welt zu laufen. Ich fragte mich trotzdem, wer denn eigentlich jetzt sterben müsse und ob man das unbedingt bewerben sollte. Nur ein paar Minuten später saß ich in einem Flugzeug, Sudoku auf dem Schoß und den Schlaf noch im Gesicht, als plötzlich die Schlagersängerin Andrea Berg zwei Reihen vor mir Platz nahm – ein für ihre Verhältnisse recht unspektakulärer Auftritt ohne Feuer, Nebel, Beate-Uhse-Fummel oder Lichtshow.
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Kaffee schwarz im Craft-Beer-Land

Wenn ihr wüsstet, wie wir mittags am Tatti das Liquid Ecstasy kännchenweise in unseren Kaffee kippen, dann würdet ihr sofort mit der H‘u‘g‘o‘s-Trüffelpizza – das neue Wundermittel der degenerierten Stuttgarter Oberklasse – wieder Schluss machen. Auch so ein absolutes Unding heutzutage: Kaffee schwarz heißt Caffè Americano. „Caffè Americano für dich, RAM?“ Nein, einen Kaffee schwarz, bitte. Und dazu noch ein Wurstbrot, danke. Denn Pastrami darf das maximal in New York heißen, wissen die gebildeten Instagram-Travel-Authentics. Weiterlesen