featured Streifzug

Streifzug:
Leonhardsviertel

Bei unserem „Streifzug“ entdecken wir für euch neben den bekannten, auch die auf den ersten Blick versteckten Hausnummern Stuttgarts schönster Straßen.

Unser Streifzug führt uns dieses Mal durch den Teil der Stadt, den man in Stuttgart wohl noch am ehesten als verrucht bezeichnen könnte: das Rotlichtviertel rund um die Weber- und Leonhardstraße. Weitaus spannender als die Bordelle und Tabledance-Schuppen sind dabei aber die gastronomischen Angebote, die den Bezirk in den letzten Jahren zu einem der angesagtesten Spots im Kessel gemacht haben. Eine Entwicklung, die scheinbar auch die Stadt befürwortet: Anfang des Jahres hat die städtische Wohnbaugesellschaft SWSG weitere Grundstücke und Häuser in der Altstadt angekauft, die in lebenswerten und preisgünstigen Wohnraum verwandelt werden sollen.

Bis dahin genießen wir erst einmal die Fülle an Optionen für Nachtschwärmer, die sich hier bietet: Angefangen am Wilhelmsplatz, lädt die Suessholz-Terrasse zu Weinschorle in der Abendsonne ein. Wenn sich der Hunger meldet, stehen mit dem vietnamesisch ausgerichteten Noodle1, dem Italiener Il Pomodoro und dem Murrhardter Hof mit deftiger schwäbischer Kost gleich drei Restaurants in unmittelbarer Nachbarschaft zur Wahl, die ebenfalls mit ihrem großzügigen Außenbereich überzeugen.

Wenn zu später Stunde dann langsam die Neonbeleuchtung zu flackern beginnt, zieht es uns kurz vor dem Immer Beer Herzen und dem ehemaligen Zwischennutzungs-Projekt Weißes Ross, das der Hauptstätter Straße nun als Ciao, Amore! erhalten bleibt, in den kleinen Seiteneingang der Weberstraße, wo vor Kurzem das Paul & George seinen vierten Geburtstag gefeiert hat. Während gegenüber breite Kerle in Kutten lungern, kann man sich drinnen von den mit Hosenträgern und Fliege ausgestatteten Bartendern feinste Drinks mixen lassen. Immerhin: Im Sommer dürfen auch die kurze Hosen zum Hemd tragen.

Wer hier keinen Platz mehr bekommt, hat nur wenige Meter weiter im Fou Fou erneut die Chance auf hübsch zusammen gemischte Spirituosen – oder man stürzt sich gleich mitten ins Geschehen und entert die UHU Bar in der Leonhardstraße. Das im Stil der Fünfziger Jahre eingerichtete Etablissement gehört ebenso wie die Weinstube Fröhlich direkt gegenüber zu den Institutionen des Viertels und überzeugt mit seinem zwanglosen Auftritt zwischen Laufhäusern und Massagecentern.

Einige Schritte weiter bringt seit Kurzem der Bar Room Puf frischen Wind in die Altstadt. Die Abkürzung im Titel steht natürlich für „pleasure up front“. Eine Querstraße weiter verfolgt das Korridor ein ähnliches Konzept: Die minimalistisch eingerichtete Bar fällt von außen kaum jemandem auf, wer dennoch seinen Weg in das enge Gässchen findet, wird mit kühlen Drinks und wechselndem DJ-Sound belohnt.

Am Leonhardsplatz angekommen, verheißt der Duft von Fritten und Curryketchup die unmittelbare Nähe eines weiteren Klassikers im Nachtleben: Kaum ein Feiernder in Stuttgart ist wohl noch nicht eines verhängnisvollen Abends an der Theke des Brunnenwirts gestrandet, um den vom Alkohol gepeinigten Magen mit Kohlenhydraten und Elektrolyten zu beruhigen. Seit letztem Sommer gibt es direkt nebenan aber auch eine Alternative zu Currywurst und Co: Im israelischen Imbiss Yafa stehen Falafel, Hummus und Shakshuka auf der Karte. Der eignet sich aufgrund der Öffnungszeiten aber auch für ein sehr verspätetes Frühstück am nächsten Tag.

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