Café Nisch: Neues Kunstcafé im Stuttgarter Westen

Stuttgart-West bekommt Zuwachs: An der Ecke Rotebühlstraße und Reuchlinstraße, wo früher Kleidung geshoppt werden konnte, ist jetzt das Café Nisch eingezogen – ein kleines, schlichtes Kunstcafé, das sich als Ort für die Nachbarschaft versteht. Hinter dem Projekt stehen Schadi Hammoud und Nicolas Schwerdfeger, die sich schon 2019 mit dem Atelier West einen Namen gemacht haben und jetzt wieder einen Ort wollten, der irgendwie „mehr“ ist. Ein reduzierter Raum, der bewusst schlicht bleibt, damit Kaffee, Kunst und Menschen im Mittelpunkt stehen. Der Name ist dabei fast Programm: Eigentlich wollten sie „eine Nische gründen“ und irgendwann blieb „Nisch“ hängen. Fun Fact: Geradezu schicksalshaft, dass es zudem eine Mischung ihrer beiden Namen – Nicolas und Schadi – ist und daher noch ein Stückchen besser passt!

Kaffee-Fokus


Beim Kaffee wollten Schadi Hammoud und Nicolas Schwerdfeger nicht irgendeine Standardlösung. Also wurde ausprobiert, verglichen und justiert, bis sie bei einer ganz eigenen Variante gelandet sind. Mit ihrem persönlichen Kaffee aus Guatemala wollen sie sich von anderen Cafés abheben – ausdrücklich mit dem Versprechen, dass es nicht dieses typische „Herzrasen-Gefühl“ auslöst, wie sie lachend erzählen. Dazu gibt’s entkoffeinierte Optionen und bald auch die Möglichkeit, die Kaffeebohnen für zuhause mitzunehmen.
Das Softopening ist bewusst ein „erst mal ankommen“: Getränke, ein bisschen Kuchen, Croissants. Perspektivisch soll aber mehr Eigenes dazukommen, denn Nicolas hat Lust auf Küche, auf Mittagsgerichte, Sandwiches oder Bowls. Aber: Schritt für Schritt, erst mal die Basis stabil kriegen, erzählen sie.

Kunst als Plattform


Das Café Nisch nennt sich klar Kunstcafé, versteht sich aber vor allem als Plattform – für Ausstellungen, Begegnungen und neue Arbeiten. Wer ausstellt, entscheidet selbst, ob und was verkauft wird. Das Nisch stellt den Raum, unterstützt und lässt den Künstler:innen die Kontrolle. Und genau das macht den Reiz aus: Man kommt vielleicht für Kaffee und bleibt dann bei der Kunst hängen (oder andersrum).
Es soll nicht nur bei Bildern an der Wand bleiben: Im Gespräch fallen konkrete Formate wie der beliebte „Silent Book Club“ oder ein Comedy-Abend und auch kleine Veranstaltungen wie Flohmärkte oder Konzerte. Klappstühle stehen bereit, der Raum ist da und sobald der Betrieb richtig läuft, soll das Programm mitziehen.

Ein Ort, an dem sich alle wohlfühlen.


Dass das Nisch ein Ort für alle sein soll, ist nicht nur ein netter Satz auf Papier, sondern Teil der Geschichte dieser Räume. Hier saß früher ein LGBTQ+-Headquarter und deshalb war bei der Vergabe klar: Wer hier einzieht, muss LGBTQ+-freundlich sein. Schadi und Nicolas sagen es direkt: Ohne diese Haltung hätten sie den Laden nicht bekommen.
Statt großer Opening-Show läuft nun erstmal ganz entspannt das Softopening weiter: Wer kommt morgens, wer mittags, wie läuft es zu zweit hinter der Theke, was fehlt noch? Denn ein Café lebt am Ende nicht von einem Hype, sondern davon, dass die Leute wiederkommen und sich wohlfühlen. Das wissen Schadi und Nicolas.

Schadi und Nicolas vom Café Nisch hatten bereits vorher ein Kunstcafé gemeinsam betrieben.

3 Fragen an Schadi Hammoud und Nicolas Schwerdfeger


Was ist das Café Nisch in drei Worten?

„Ein Kunst-Café!“ (lachen)

Was ist das Besondere am Café Nisch?
„Wir wollten einen Ort schaffen, der sich offen anfühlt und Kunst nicht als Szene-Ding behandelt, sondern als Teil vom Alltag.“

Was wünscht ihr euch für die nächsten Monate?
„Erst mal sauber ankommen: Softopening, Abläufe, Stammkundschaft. Und dann Schritt für Schritt mehr Programm – Ausstellungen, kleine Events, Dinge, die die Nachbarschaft wirklich benutzt.“
10.02.2026 — Mara Remmlinger
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