Über Funk, HipHop, Reggae und G-House ist er dort gelandet, wo er heute steht: bei einem Sound, den er selbst „Habibi Bounce“ nennt. Moderner Techno-Rave trifft auf orientalische Folklore, Bouzouki und Oud auf treibende Bässe, dazwischen ein Schuss Latin-Flavour. Sein neues Album trägt den gleichen Namen und nimmt Zuhörer:innen mit auf eine Reise zurück in seine Kindheit. Ganz so tief ging es bei unserem Termin nicht, dafür durften wir einen Blick in seine Tasche werfen:
Vielen Dank an unseren Fotografen Paul Kress.
© Paul Kress1 | Laptop
„Der Laptop ist sehr speziell, weil ich eine besondere Art habe, aufzulegen. Ich lege quasi in Stems auf. Anstatt 3D hast du 5D. Du kannst quasi in jeden einzelnen Sound reingehen, Breaks selber bauen, Vocals von Beat, von Melodie, alles nochmal einzeln separieren. Deshalb brauche ich meinen Laptop quasi für alles – nicht nur zum Performen, sondern auch zum Produzieren. Es ist mein Touching Point für all meine Arbeit.“
2 | Kopfhörer
„Ein Kollege hat meine Kopfhörer gemacht und quasi alle Kabel darin ausgetauscht. Das sind Sennheiser HD25 Kopfhörer mit japanischen, starken XLR-Kabeln. Seitdem ich die Version habe, sind sie unzerstörbar.“
3 | Reisepass
„Ganz ehrlich, gerade für mich und wenn ich meine ausländischen Freunde sehe: Dieser Reisepass ist der Schlüssel zur Welt. Ich habe ihn immer dabei, egal wohin ich gehe, weil ich konstant am Reisen bin. Ich bin sehr dankbar, ihn zu haben.“
4 | Brille
„Was viele nicht wissen: Ich bin ohne Brille halb blind. Das heißt, ich trage immer eine Brille, auch beim Auflegen in der Sonne. Deshalb habe ich auch immer verschiedene dabei. Ich habe das Gefühl, mit dieser Brille sehe ich diese Welt einfach in Full HD, 3D, Next Level LED. Ohne die geht auf jeden Fall nichts.“
5 | USB-Kabeltüte
„Dieser Sack von Kabeln ist entstanden, weil ich immer unfassbar viele USBs und andere Kabel in meine Seitentasche gepackt habe. Bei der Flughafenkontrolle werden meistens alle rausgenommen. Da habe ich mich irgendwann daran gewöhnt, sie in diesem Sack zu transportieren – da waren vorher Bananen oder so drin. Eigentlich ist das so eine Krimskrams-Tasche mit Ersatzkabeln, Ersatz-USB-Sticks für den Notfall des Notfalls und Ersatzkopfhörern für unterwegs.“
6 | Tasche mit Festplatte
„Diese Tasche beherbergt das Wichtigste: meine Festplatte. Ich habe alle meine Songs, 15 Jahre Produktion, nirgendwo anders gespeichert als auf dieser Festplatte. Deshalb habe ich sie immer dabei und nutze sie auch immer und bei jeder Gelegenheit. Sei es im Flugzeug oder in der Bahn – Festplatte dran und ich kann direkt produzieren. Alle meine Samples sind da drauf, also bestimmt 20 Jahre Sample-Sammlung. Immer wenn ich etwas höre oder sehe oder einen Gedanken habe, sample ich das sofort und dann landet das erstmal auf der Festplatte, bis ich das Momentum oder die Zeit habe, die Dinge auszuarbeiten. Das ist die Cloud in meiner Tasche.“

© Paul Kress
7 | Kabelkopfhörer
„Seit ich meine großen Kopfhörer umgebaut habe (die haben diese feste Klinke), kann ich sie nicht mehr am Laptop nutzen. Ich hab mich daran gewöhnt, irgendwelche kleinen Kopfhörer-Klinken zu haben, damit ich die auch nutzen kann. Von denen habe ich mittlerweile auch zwei, drei Ersatz, weil ich die gerne vergesse und verliere. Deswegen muss immer ein Kabelkopfhörer für den Notfall dabei sein.“
8 | Handtuch
„Das ist mostly für die Gigs. Man kommt vielleicht nicht drauf, aber manchmal ist es in Clubs gefühlt 200 Grad und man schwitzt bis auf die Unterhose. Da braucht man zumindest ein Handtuch, damit der Schweiß nicht in die Augen geht.“
9 | Mini-Klinke-Adapter
„Ich reise gerne auch mit meiner Freundin und sie will mithören, wenn ich was produziere oder an Sets arbeite. Dann habe ich einen Adapter, an den ich verschiedene Kopfhörer anschließen kann, damit sie nicht gelangweilt neben mir sitzen muss, sondern mit mir diese Reise erlebt. Ich muss sagen, es macht auch unfassbar viel Spaß, gemeinsam an Tracks zu arbeiten. Man merkt dann an manchen Stellen: „Boah, das fühlt sich jetzt stark an, das ist eine coole Intention.“ Ich glaube sowieso: Die besten Sachen auf diesem Planeten sind immer in Gemeinschaft entstanden. Auch wenn jemand nur seine Energie und seinen Vibe dazu gibt, ist das für mich mindestens genauso viel wert.“
10 | In-Ears
„Damit ist natürlich nicht zu spaßen. Ich glaube, ohne diese In-Ears wäre ich nach diesen mehreren Jahrzehnten DJing heute schon taub. Das heißt für mich: Ich betrete keinen Club, keinen lauten Raum, ohne diese Dinger, no matter what.“
11 | Stickertüte
„Die Sticker habe ich von meiner Freundin geschenkt gekriegt und die kamen bei der Crowd so gut an. Wenn nach den Gigs die Leute immer fragen, wie ich heiße und so, dann verteile ich einfach Sticker, um mit der Crowd oder mit Fans oder Ravern oder Musikliebhabern zu connecten.“
Titelbild: © Paul Kress
