Matcha hier, Matcha da – und jetzt ganz fest in Stuttgart: Sendo Matcha eröffnet einen eigenen Laden in der Hohen Straße. Vanessa-Thu Ha Weber bringt Matcha der traditionellen Art in die Stadt – frisch zubereitet, mit Fokus auf Geschmack, Handwerk und Ruhe. Keine Mango- oder Strawberry-Varianten, kein kurzlebiger Hype – für Vanessa ist Matcha ein Kulturerbe, ein Ritual, ein Handwerk.
Aber von Anfang. Vanessa startete vor fünf Jahren zunächst mit selbstgemachter Nama-Schokolade, die in Japan sehr bekannt, hier aber immer noch ein kleiner Geheimtipp ist. Das Besondere: eine zartschmelzende und cremige Textur. Seit Oktober hat sie ihren Schwerpunkt nun auf Matcha gelegt. Zunächst war sie bei Messen und auf Weihnachtsmärkten mit einem selbstgebauten Stand präsent. Die Entscheidung fürs Danach wurde ganz pragmatisch getroffen: Viele Eisläden haben im Winter zu, also schrieb Vanessa sie an, um als Zwischenmieterin einen warmen Übergang zu schaffen. In der Gelateria Kaiserbau hat das schnell gepasst.

Auch wenn die Karte zwischen Klassikern und Signatures unterscheidet, bleibt die Idee der Gründerin dieselbe: Matcha soll nach Matcha schmecken. Bei den Classics gibt es den Hikari Matcha Latte als sanftere, mildere Variante, während der Kuro Matcha Latte dunkler und satter ist. Wer weniger Koffein will, findet mit dem Hojicha Latte einen gerösteten grünen Tee. Bei den Signatures wird es verspielter: Ein Earl Grey Matcha verbindet Bergamotte mit Matcha, der Coconut Cloud Matcha kommt als Iced Coconut Water mit luftiger Matcha-Cream daher, und wenn man richtig in die Textur rein will, landet man beim Double Matcha Latte mit zusätzlichem Matcha-Foam oder beim Kinako Matcha Latte, der mit einer Creme aus gerösteten Sojabohnen arbeitet. Das Entscheidende ist weniger, wie fancy der Name klingt, sondern wie ernst die Zubereitung genommen wird: Vanessa nimmt sich für jeden Gast Zeit, macht alles frisch und erklärt, wenn man fragt – und genau diese Ruhe überträgt sich auf den ganzen Besuch.
Ab März geht es jetzt in der Hohen Straße weiter: Der Laden kombiniert To-go-Konzept und Sitzplätze zu einem offenen, ruhigen Ort. Dort wird es neben cremigen Lattes auch Usucha geben – purer Matcha mit warmem Wasser. Zudem sind Workshops, Matcha-Pulver und handgemachte Matcha-Schalen geplant. Perspektivisch möchte Vanessa das Konzept „Farm to Cup“ umsetzen, direkt mit Teebauern arbeiten und Matcha als Handwerk und Kultur noch greifbarer machen.
Perspektivisch ist ihr Ziel das Konzept „Farm to Cup“, also direkt mit Teebauern zu arbeiten, Herkunft transparenter zu machen und Matcha nicht nur als Produkt, sondern als Handwerk und Kultur greifbarer werden zu lassen. Auch wenn Vanessa selbst weiß, wie knapp Matcha gerade ist und wie schwierig es für kleine Läden sein kann, wirklich direkt an Farmen ranzukommen.
Drei Fragen an Vanessa-Thu Ha Weber:
Wie kam es zur Gründung?
„Angefangen hat alles mit Nama-Schokolade und der Idee von „Frische“ – und daraus hat sich Schritt für Schritt der Weg zu Matcha entwickelt: erst als Stand auf Märkten, jetzt als Pop-up und bald als eigener Laden.“
Was ist das Besondere an Sendo Matcha?
„Matcha ist hier kein Trendgetränk, sondern Kultur und Handwerk. Es geht um Qualität, Transparenz und darum, dass Matcha am Ende nicht von Sirup und Frucht überdeckt wird, sondern Matcha bleibt.“
Was wünschst du dir für das Opening?
„Einen ruhigen Ort in der Hohen Straße, der mehr kann als To-go: Matcha als Ritual, mehr Wissen über Herkunft und Workshops, um die Tradition um Matcha wirklich greifbar zu machen.“