Tradition statt Trend: Sendo Matcha

Matcha hier, Matcha da – und gerade: Matcha als Pop-up am Marienplatz! Mit Sendo Matcha findet man bis Ende Februar Matcha der traditionellen Art in der Gelateria Kaiserbau. Hier gibt es keine Mango- oder Strawberry-Varianten, auch wenn genau danach ständig gefragt wird. Hinter dem Projekt steht Vanessa-Thu Ha Weber, die bewusst „gegen den Trend“ arbeiten will. Für sie ist Matcha kein kurzlebiges Hype-Getränk, sondern ein Produkt mit Kultur, Ritual und Handwerk.
Aber von Anfang. Vanessa startete vor fünf Jahren zunächst mit selbstgemachter Nama-Schokolade, die in Japan sehr bekannt, hier aber immer noch ein kleiner Geheimtipp ist. Das Besondere: eine zartschmelzende und cremige Textur. Seit Oktober hat sie ihren Schwerpunkt nun auf Matcha gelegt. Zunächst war sie bei Messen und auf Weihnachtsmärkten mit einem selbstgebauten Stand präsent. Die Entscheidung fürs Danach wurde ganz pragmatisch getroffen: Viele Eisläden haben im Winter zu, also schrieb Vanessa sie an, um als Zwischenmieterin einen warmen Übergang zu schaffen. In der Gelateria Kaiserbau hat das schnell gepasst. Dort darf nun bis Ende Februar Matcha geschlürft werden. Außerdem ist auch die Nama-Schokolade, mit der Vanessas Geschichte begann, hier erhältlich.
Vanessa hat mit Schokolade angefangen, bevor sie Sendo Matcha gegründet hat. Auch wenn die Karte zwischen Klassikern und Signatures unterscheidet, bleibt die Idee der Gründerin dieselbe: Matcha soll nach Matcha schmecken. Bei den Classics gibt es den Hikari Matcha Latte als sanftere, mildere Variante, während der Kuro Matcha Latte dunkler und satter ist. Wer weniger Koffein will, findet mit dem Hojicha Latte einen gerösteten grünen Tee. Bei den Signatures wird es verspielter: Ein Earl Grey Matcha verbindet Bergamotte mit Matcha, der Coconut Cloud Matcha kommt als Iced Coconut Water mit luftiger Matcha-Cream daher, und wenn man richtig in die Textur rein will, landet man beim Double Matcha Latte mit zusätzlichem Matcha-Foam oder beim Kinako Matcha Latte, der mit einer Creme aus gerösteten Sojabohnen arbeitet. Das Entscheidende ist weniger, wie fancy der Name klingt, sondern wie ernst die Zubereitung genommen wird: Vanessa nimmt sich für jeden Gast Zeit, macht alles frisch und erklärt, wenn man fragt – und genau diese Ruhe überträgt sich auf den ganzen Besuch.
Während am Marienplatz fleißig Matcha verkauft wird, arbeitet Vanessa im Hintergrund bereits am eigenen Laden. Die Location steht schon: Ab März geht es in die Hohe Straße. Dort soll es eine Mischung aus To-go-Konzept und Sitzplätzen geben und ein ruhiger, offener Ort entstehen. Auch Usucha soll auf die Karte kommen: aufgeschlagener Matcha nur mit warmem Wasser, serviert in einer Chawan, also einer traditionellen Matcha-Schale, damit man die Nuancen und Noten wirklich schmeckt. Vanessa plant dort darüber hinaus, Matcha-Pulver anzubieten und handgemachte Matcha-Schalen zu verkaufen. Gleichzeitig soll der Ort offen genug bleiben, um Workshops zu ermöglichen: Yoga-Kooperationen, „Matcha & Paint“ oder andere Achtsamkeitsformate.
Perspektivisch ist ihr Ziel das Konzept „Farm to Cup“, also direkt mit Teebauern zu arbeiten, Herkunft transparenter zu machen und Matcha nicht nur als Produkt, sondern als Handwerk und Kultur greifbarer werden zu lassen. Auch wenn Vanessa selbst weiß, wie knapp Matcha gerade ist und wie schwierig es für kleine Läden sein kann, wirklich direkt an Farmen ranzukommen.

Drei Fragen an Vanessa-Thu Ha Weber:

Wie kam es zur Gründung? „Angefangen hat alles mit Nama-Schokolade und der Idee von „Frische“ – und daraus hat sich Schritt für Schritt der Weg zu Matcha entwickelt: erst als Stand auf Märkten, jetzt als Pop-up und bald als eigener Laden.“
Was ist das Besondere an Sendo Matcha? „Matcha ist hier kein Trendgetränk, sondern Kultur und Handwerk. Es geht um Qualität, Transparenz und darum, dass Matcha am Ende nicht von Sirup und Frucht überdeckt wird, sondern Matcha bleibt.“
Was wünschst du dir für das Opening? „Einen ruhigen Ort in der Hohen Straße, der mehr kann als To-go: Matcha als Ritual, mehr Wissen über Herkunft und Workshops, um die Tradition um Matcha wirklich greifbar zu machen.“
22.01.2026 — Mara Remmlinger
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