Zwischen Chromblumen und Y2K-Nostalgie: „SOFT // CHROME“ bringt futurale Skulpturen nach Stuttgart

Metallisch glänzende Blüten, aufgeblasene Formen und Oberflächen, die mehr an die frühen Nullerjahre als an die Natur erinnern: Mit „SOFT // CHROME“ zeigt die Galerie Better Go South ab dem 26. Juni 2026 die erste Einzelausstellung des britischen Künstlers Ant Hamlyn in Deutschland.

Wer bei Blumen an Vergänglichkeit denkt, landet bei Ant Hamlyn schnell in einer Parallelwelt. Seine handgenähten Skulpturen wirken wie eingefrorene Erinnerungen: glänzend und künstlich, zwischen Designobjekt, Popkultur-Fundstück und futuristischem Relikt verortbar. Für „SOFT // CHROME“ verwandelt der Künstler organische Formen in dauerhaft konservierte Objekte. Blüten verwelken nicht, Farben verblassen nicht – stattdessen schweben die Arbeiten zwischen Nostalgie und Zukunftsvision.

Der 1993 in Northampton geborene Künstler lebt heute in East Sussex und zählt zu einer neuen Generation zeitgenössischer Kunstschaffender. Seine Arbeiten waren bereits bei internationalen Ausstellungen und Kunstmessen in London, New York, Madrid, Shanghai oder Melbourne zu sehen. Charakteristisch für Hamlyns Werke ist der Kontrast zwischen industriell wirkenden Oberflächen und ihrer aufwendigen Herstellung: Jede Skulptur entsteht in Handarbeit durch Nähen, Falten, Stopfen und Pressen.

Im Mittelpunkt von „SOFT // CHROME“ stehen mit Polyurethan gefüllte und zusammengedrückte Blumenformen, die fast cartoonhaft wirken und an flüssiges Metall erinnern. Die Galerie Better Go South beschreibt Hamlyns Ansatz als eine Feier der menschlichen Fähigkeit, selbst in künstlich geschaffenen Umgebungen Schönheit und Verbundenheit zu entdecken. Seine Arbeiten spielen mit der optimistischen Tech-Ästhetik der frühen Zweitausender, als Chrom, Sci-Fi-Grafiken und futuristische Oberflächen den Blick auf die Zukunft prägten. Gleichzeitig schwingt in den glänzenden Objekten auch die Unsicherheit mit, die unsere zunehmend digitale Gegenwart begleitet.

Bild: © Ant Hamlyn
24.06.2026 — Saskia-Jacqueline Moritz
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