Kunst zwischen Fahrspuren und Bass: 13. „Fumes and Perfumes“ im Züblin-Parkhaus

Wer an einem Sommerabend durch ein Parkhaus läuft und plötzlich auf riesige Fotografien mit surrealen Bildwelten trifft, ist vermutlich bei „Fumes and Perfumes“ gelandet. Die Ausstellungsreihe verwandelt das Stuttgarter Züblin-Parkhaus auch 2026 wieder in einen der ungewöhnlichsten Kunsträume der Stadt und beweist einmal mehr, dass Kunst nicht zwingend weiße Wände braucht.

Seit 2014 wächst das Projekt Jahr für Jahr zwischen Betonpfeilern, Fahrspuren und Parkmarkierungen. Was einst als Ausstellung für zeitgenössische Fotografie begann, hat sich längst zu einem hybriden Kunstformat entwickelt: Neben Fotografie und Fotokunst gehören inzwischen auch Mixed-Media-Arbeiten, Collagen, Übermalungen und KI-gestützte Projekte zum Konzept. Auf fünf Parkdecks entstehen so Bildwelten, die weniger nach Museum und deutlich mehr nach urbanem Erlebnis aussehen.

Für die mittlerweile 13. Ausgabe präsentieren die Kurator:innen und Kunstschaffenden Frank Bayh und Steff Rosenberger-Ochs, Peter Franck, Bernd Kammerer sowie Yves Noir neue Arbeiten gemeinsam mit Gastkünstler:innen wie Billy Allen, Davide Just, Friederike Just, Jordanna Kalman, Roman Mares, Rahel Cia und Marek Wurfl. Mit dabei ist auch die neue Arbeit „Fischkeller“ von Frank Bayh und Steff Rosenberger-Ochs. Die fotografische Inszenierung führt in ein eigenwilliges Paralleluniversum: einen Keller, der zum Aquarium geworden ist. Zwischen Fischen, Masken und menschlichen Figuren entsteht eine ebenso absurde wie poetische Bildwelt.

Die Eröffnung am Freitag, 17. Juli, versteht sich weniger als klassische Vernissage und mehr als sommerliches Kunstevent. Für den Soundtrack des Abends sorgt bryda.a, dazu präsentieren Andreas Guth und Andrew Zbik ihre experimentelle Performance „Fantasie für Gitarre und Synthesizer“. Wer die Eröffnung verpasst, muss allerdings keinen FOMO-Anfall bekommen: „Fumes and Perfumes“ bleibt das ganze Jahr über rund um die Uhr zugänglich. Mehr als 300 Arbeiten von über 40 Künstler:innen verteilen sich inzwischen über sämtliche Ebenen des Parkhauses.

Bild: © Frank Bayh und Steff Ochs
07.07.2026 — Saskia-Jacqueline Moritz
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