Der neue Rahmen ist weniger als Bruch gedacht, sondern als Weiterentwicklung. Schon seit der Gründung war der Schwarze Keiler ein Gemeinschaftsprojekt. Viele aus der Szene brachten sich früh ein – bei Renovierung, Organisation und Betrieb, oft ehrenamtlich. „Es war für uns letztendlich eigentlich nur konsequent“, sagt Oliver Honer vom Schwarzen Keiler. „Als Simone und Jürgen den Club ins Leben gerufen haben, war das Clubsterben schon ein Thema. Andere Läden haben zugemacht und die Haltung war: Wenn niemand etwas macht, dann passiert auch nichts. Also nehmen wir das selbst in die Hand“. Von Anfang an habe es viele gegeben, die mit anpacken wollten. „Das ist ein klassischer DIY-Gedanke, der in der Metalszene tief verankert ist“, so Honer. „Eigene Strukturen schaffen, eigene Venues, eigene Konzerte. Genau das führen wir mit dem Verein jetzt konsequent weiter“.

Mit der sogenannten „Road Crew“ schafft der Verein die Schnittstelle zwischen Club und Community. Wer Lust hat, kann bei Veranstaltungen helfen, kleinere Aufgaben übernehmen oder bei Promotion und Organisation unterstützen. Der Zeitaufwand ist flexibel, der Einstieg bewusst niedrigschwellig. Vereinsmitglied wird man dadurch nicht automatisch. Die Road Crew ist zunächst ein Raum zum Mitmachen und Kennenlernen. Erst später, nach regelmäßiger Mitarbeit, ist eine Mitgliedschaft inklusive Mitbestimmung und Verantwortung möglich.
Der Schritt entlastet die Gründer:innen Jürgen aka Frank Drake und Simone. Beide bleiben aber zentrale Figuren: Jürgen betreibt weiterhin Booking, Programm und Teile der Öffentlichkeitsarbeit, Simone den operativen Betrieb. Neu ist das Team drumherum. Mehr Menschen bedeuten mehr Fähigkeiten, Dinge umzusetzen, die früher liegen blieben, weil im Tagesgeschäft schlicht keine Luft war. Für das Publikum ändert sich dabei wenig. Der Schwarze Keiler bleibt offen für alle. Konzerte, Partys, Karaoke – das Programm läuft weiter wie gewohnt.
3 Fragen an Oliver vom Schwarzen Keiler:
Was wünscht ihr euch für die Zukunft?
„Wir wünschen uns natürlich erstmal einen guten Übergang, eine gute Übergabe an den Verein, dass das auch alles gut in Schwung kommt. Viele Leute für die Road Crew, dass einfach Leute zeigen, sie haben Bock auf Metal, wollen viel machen. Dass wir weiterhin tolle Partys feiern, Konzerte organisieren können und der Keiler erhalten bleibt“.
Der Kulturverein in drei Worten?
Der Kulturverein in drei Worten?
„Hungry for Metal.“
Glaubt ihr, dass euer Vereinsmodell auch für andere Clubs oder Szenen ein Vorbild sein kann?
„Ich denke schon. Es bildet einfach eine andere Form von Community. Wenn Leute mithelfen und mit Hand anlegen, entsteht eine andere Bindung. Man sieht, was hinter Club und Nachtleben steckt, dass das Gemeinschaft schaffen kann und nicht nur etwas ist, das man konsumiert, sondern das man aktiv mitgestalten kann.“
Foto 2: © creazyfoto
