Schon in der Steinzeit schmückten sich Menschen mit Muscheln, Tierzähnen und Anhängern aus Mammutelfenbein. Bei den Kelten wurden Goldschmuck und kostbare Gürtelteile zu Machtzeichen, die Skythen trugen neben Gold auch großflächige Tätowierungen. Alemannische Eliten zeigten ihren Rang mit kostbaren Schwertern und metallbeschlagenen Gürteln. Auch Bart und langes Haar standen für Macht.

Im 19. Jahrhundert verschwand Schmuck weitgehend aus dem Alltag von Männern. Taschenuhr, Siegelring und Manschettenknöpfe blieben lange die wenigen akzeptierten Formen. Seit dem 20. Jahrhundert wird das zunehmend hinterfragt. Glam Rock, HipHop und queere Kultur machten Schmuck erneut zum Mittel, Zugehörigkeit, Erfolg oder Protest sichtbar zu machen. Heute finden klassische Statussymbole neben Tattoos, Perlenketten und genderfluiden Schmuckformen ihren Platz, und die Ausstellung fragt, was das alles über Männlichkeit verrät.
In zehn Bereichen geht es um Körperschmuck und Machtinsignien, Uhren und Ringe, Glauben und Zugehörigkeit, die Herkunft der Materialien und die Zukunft des Schmucks. Leihgaben des Linden-Museums Stuttgart öffnen den Blick über Europa hinaus. Studierende des Studiengangs Schmuck der Hochschule Pforzheim ergänzen zeitgenössische Positionen.
Rahmenprogramm: Beats, Barbiere und Live-Tattoos
Rund um die Ausstellung „Zier & Zeichen: Was Männer schmückt“ lockt ein vielfältiges Rahmenprogramm ins Alte Schloss. Los geht es am Freitag, 16. Oktober 2026, mit dem Pre-Opening „Sneak & Sound“ ab 19.30 Uhr. In der Kulturlounge Dürnitz legen Amorle & Astrid vom DJ-Duo „15 Minuten Ruhm“ und DJ TiZiAN auf, kuratiert vom Pop-Büro Region Stuttgart. Der Eintritt ist frei, die Ausstellung lässt sich den ganzen Abend kostenlos besichtigen. Auch am Eröffnungswochenende (17. und 18. Oktober, jeweils 10 bis 17 Uhr) kostet der Besuch übrigens nichts!

Wer Club-Feeling nach der Arbeit sucht, findet es beim „Dürnitz Night Call“, jeweils von 19 bis 24 Uhr, mit Führungen durch die Ausstellung und DJ-Sound. Drei Ausgaben greifen Ausstellungsthemen auf: „goes BlingBling“ am 12. November 2026 dreht sich um Männerschmuck, „goes man*stream“ am 21. Januar 2027 um Männlichkeit und Rollenbilder, „goes hair“ am 15. April 2027 um Haare als Statement. Tickets kosten jeweils 14 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Auch der Bart zählt hier zum Schmuck. Am Sonntag, 15. November 2026, werden bei den International Barber Awards die besten Arbeiten der Barber- und Herrenfriseurbranche ausgezeichnet. Einlass zum Galaabend ist um 17 Uhr. Am Montag, 16. November, treten ab 10 Uhr die besten 20 Barbiere Europas beim Live-Wettbewerb „Best Barber 2026“ gegeneinander an. Das Ticket für den Wettbewerb kostet 29 Euro, ermäßigt 19 Euro, und schließt den Eintritt in die Sonderausstellung ein.
Am Sonntag, 7. März 2027, geht es dann ab 10 Uhr „Unter die Haut“. Zwei Tattoo-Künstler zeigen Techniken und Trends, während Kurzführungen die Kulturgeschichte des Tattoos erzählen. Wer möchte, lässt sich sogar kostenlos tätowieren. Die Termine werden ausschließlich vor Ort vergeben. Der Eintritt zum Event ist frei, für die Kurzführungen wird der Eintritt in die Sonderausstellung fällig.

Am Donnerstag, 11. März 2027, folgt um 19 Uhr „Design x Landesmuseum Württemberg“. Gemeinsam mit der Designmesse BLICKFANG führt eine Tour durch verschiedene Bereiche des Alten Schlosses und hinter die Kulissen der Sonderausstellung. Das Ticket kostet 11 Euro, ermäßigt 9 Euro, und enthält Welcome-Drink und Eintritt in die Sonderausstellung.
Am Samstag und Sonntag, 10. und 11. April 2027, verkaufen regionale Anbieter und Labels in der Kulturlounge Dürnitz (Männer)Schmuck und Accessoires, jeweils ab 11 Uhr. Der Eintritt in die Kulturlounge ist frei, für die Sonderausstellung gilt der reguläre Eintritt.
Eines ist klar: Die Formen von Männerschmuck haben sich in zehntausend Jahren stark verändert, sein Zweck jedoch kaum. Er steht für ein Statement zu Zugehörigkeit, Erfolg und Status. Die Ausstellung führt das noch bis 25. April 2027 im Alten Schloss vor.
Bilder: © Landesmuseum Württemberg, J. Leliveldt, M. Damian, D. Kittelberger
