Wie Kunst wieder Begegnungen schaffen soll – 3 Fragen an Laura Oppenhäuser

Was passiert, wenn Theater nicht nur auf der Bühne bleibt, sondern zum Anlass wird, mit fremden Menschen ins Gespräch zu kommen? Die Stuttgarter Künstlerin und Performerin Laura Oppenhäuser bewegt sich für ihre neue Arbeit bewusst raus aus der eigenen Bubble und rein in die Stadt. Am 11. und 12. Juni 26 zeigt sie ihre Performance „Rettung naht“ im Theaterhaus Stuttgart und lädt dazu ein, Gewohnheiten kurz beiseitezuschieben, neue Begegnungen zuzulassen und vielleicht sogar gemeinsam mit den eigenen „Feinden“ ins Theater zu gehen. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.
Was hat dich zu deiner aktuellen Performance inspiriert?
„Wenn ich mir überlege, was ich als nächstes Projekt machen möchte, also aus künstlerischer Perspektive, dann rechne ich immer damit, dass es das letzte Projekt sein könnte, was ich je finanziert bekomme. Der Gedanke schwebt immer mit: Wie lange bekomme ich meine Arbeit eigentlich noch finanziert? Und dementsprechend auch: Wie lange kann ich arbeiten? Und deshalb überlege ich mir immer, was wäre das, was ich thematisch unbedingt nochmal gemacht haben will. In diesem Fall war das, zu versuchen, etwas dazu beizutragen, die Welt zu retten, so einfach formuliert. Wenn ich über das nachdenke, was mich vielleicht oft am meisten frustriert im Leben, ist das mein Eindruck, dass es schwierig ist, sehr unterschiedliche Menschen friedlich zusammenzubringen. Mein Interesse an der künstlerischen Arbeit ist eigentlich: Wie kann ich Menschen zusammenbringen, wie kann ich mich selber auch immer wieder aus meiner Bubble rausbewegen und selber an mir exemplarisch überprüfen, wie sich miteinander auskommen lässt?“
Wie würdest du deine Performance in drei Worten beschreiben?
„Ich. Du. Wir.“
An wen richtet sich deine Performance?
„In diesem Fall wirklich sehr klar an alle Menschen ab 16. Ich sage: Bring deine Feinde und ruf mal wieder jemanden an, den du länger nicht gesprochen hast oder mit dem du länger schon mal wieder was machen wolltest. Und nimm mich zum Anlass, diese Personen anzugucken und mal wieder was miteinander zu machen. Oder nimm mal deine Oma oder vielleicht jemanden, mit dem du sonst gar nicht verbindest, Donnerstag- und Freitagabend irgendwo hinzugehen. Eigentlich fände ich es schön, ein bisschen aufzuwecken zwischendurch, zu sagen: Jetzt mache ich etwas ein bisschen anders als sonst.“
Eintritt: ab 12 Euro
 
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27.05.2026 — Saskia-Jacqueline Moritz
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