Wie fotografiert man Unordnung? Der Fotosommer Stuttgart in der Staatsgalerie

Unordnung begegnet einem überall: im eigenen Wohnzimmer genauso wie in politischen oder ökologischen Systemen. Sie entsteht dort, wo vermeintlich feste Muster ins Wanken geraten. Aber muss Unordnung immer negativ sein? Und wie lässt sich etwas darstellen, das sich einer klaren Struktur entzieht? Mit genau diesen Fragen beschäftigen sich die Arbeiten von 23 Fotograf:innen in der Ausstellung „Unordnung“, die vom 18. Juli bis zum 13. September im Rahmen des Stuttgarter Fotosommers in The Gällery der Staatsgalerie zu sehen ist.

Die gezeigten Werke nähern sich dem Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven. Mal geht es um die Störung ökologischer Gleichgewichte durch den Klimawandel, mal um Anarchie, mal um spielerische oder subtile Formen von Chaos im Alltag. Die Fotografien machen unterschwellige Momente von Unordnung spürbar und zeigen, wie vielschichtig das Thema gelesen werden kann.

Fotosommer Unordnung Matthias Kleinen
Foto: © Matthias Kleinen

Seit 2002 widmet sich der Fotosommer Stuttgart e.V. als Fotobiennale mit internationalem Wettbewerb und Jury gesellschaftlich relevanten Themen. Vom 18. Juli bis zum 26. Juli 2026 bespielt das Festival mit über dreißig Ausstellungen Galerien, Hochschulen und Werkstätten in ganz Stuttgart. Ergänzt wird das Programm durch Workshops, Vorträge und Gespräche rund um das diesjährige Thema „Unordnung“. Die Hauptausstellung in der Staatsgalerie läuft dabei über den Festivalzeitraum hinaus weiter und lädt zum Schauen, Weiterdenken und Diskutieren ein.

Bereits am 17. Juli startet das Festival mit einem Opening ab 18 Uhr in The Gällery und im Säulensaal der Alten Staatsgalerie. Geplant sind Vorträge zur Ausstellung, begleitet von einer Lichtperformance und Visual Piano. Der Eintritt zum Opening ist frei. Die perfekte Gelegenheit also, sich für einen Nachmittag ganz bewusst im Chaos zu verlieren – und danach vielleicht selbst einen etwas künstlerischeren Blick auf eigene Unordnungen zu werfen.

Titelfoto: © Wolfgang Zurborn
27.05.2026 — Sophie Lücke
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