Me in my bag: Brian Zajak alias Fejká

Mit seinem Rucksack über die Schulter geworfen, läuft Brian Zajak alias Fejká durch den Eingang zum Prisma in der ehemaligen Schwaben-Bräu-Passage in Bad Cannstatt. Mit dem Aufzug geht es hoch in den letzten Stock ins geteilte Studio.
Brian Zajak stammt aus dem Schwarzwald und ist seit einigen Jahren eine feste Größe in der Stuttgarter Kulturszene. Mit den „Stuttgart Rooftop Streams“, einem Livestream-Projekt, das regionalen Musiker:innen während der Pandemie eine Bühne bot, und dem Clubkonzept
„Pul-sing“ schuf der HdM Absolvent Austauschformate zwischen elektronischer Musik, visueller Kunst und Gemeinschaft.
Heute zählt er als internationaler Live-Act mit über 100 Millionen Streams zu den einflussreichsten Melodic-House-Künstlern Süddeutschlands. 2025 gründete er sein Label „Coexist“ und die gleichnamige Eventreihe und veröffent-lichte sein drittes Studioalbum „Azur“. Neben Synthesizern, Instrumenten und einer schwarzen Couch legt er den Rucksack ab und beginnt, ihn auszupacken.
Vielen Dank an unsere Fotografin Roya Fitz für die Bilder.
Der Inhalt von Brian Zajaks Rucksack liegt ausgebreitet auf seinem Studio-Tisch.

1 | Rucksack

„Auf Tour muss ich richtig Platz sparen. Deshalb hab ich echt nur einen Handgepäckkoffer und einen Rucksack, in die maximal viel reinpassen muss. Im Handgepäckkoffer sind alle Instrumente drin, aber auch T-Shirts in Beuteln. In den Rucksack passt mehr, als man denkt: Ganz unten am Boden sind in zwei Säcken Klamotten drin, damit der Boden weich ist. Darüber kommen dann der Laptop und mein Jutebeutel. Wenn ich was brauche, kann ich dann schnell nur den Beutel rausziehen.“

2 | Jutebeutel

„Berlin ist neben Stuttgart meine zweite Heimat geworden, ich bleibe aber gerne im Kessel. Hier hab ich meine unzähligen kreativen Freunde in Fußweite ohne die ich die ganzen Veranstaltungen gar nicht realisieren könnte.“

3 | Kulturbeutel

„Ich war mal mit 18 ganz klassisch rumreisen in Neuseeland. Damals habe ich einen Mexikaner kennengelernt. Den habe ich in einem Hostel gesehen und dann in einem anderen Hostel nochmal und dann in einem dritten Hostel nochmal und irgendwann waren wir so: „Hä, das kann doch nicht sein.“ Wir hatten gar nicht so krasse Intentionen, uns anzufreunden. Aber wir dachten uns: „Wir müssen jetzt ein paar Bier trinken und Nummern austauschen.“ Er hat mich irgendwann in Deutschland besucht, das war dann auch schon fast zehn Jahre später. Und als ich meinen ersten Auftritt in Mexico City hatte, sind wir zusammen in das nationalhistorische Museum gegangen, wo man die ganze Geschichte von Mexico City sieht – das ist richtig krass. In diesem Museumsshop habe ich dann diesen Beutel gekauft, der mich seitdem begleitet.“



4 | Kopfhörer

„Die Kopfhörer sind mega wichtig. Sie sind auf Reisen, neben den AirPods, immer dabei. Die hab ich auch schon fast zehn Jahre. Ich hab sie mir irgendwann nachgekauft, weil sie super fertig waren.“

5 | In-Ears

„In-Ears, wenn es zu laut ist. Die sind übrigens custom-made. Ein Freund von mir ist Hörakustiker und an seinem letzten Arbeitstag, als er schon gekündigt hatte, hat er mir die noch angefertigt. Da steht auch mein Künstlername drauf.“

6 | Synthesizer-Quartett

„Das Quartett mit Synthesizern ist mega lustig, ich spiele das manchmal mit meinen Kumpels. Das ist schon total süß.“

7 | Brustbeutel

„Im Sommer ist das mein Go-To-Beutel. Da sind ganz verschiedene Sachen drin. Zum Beispiel mein Schlüssel, AirPods und Geldbeutel. Also ganz basic. Ein AirTag ist auch drin. Die sind bei mir immer ganz wichtig. Ich hab immer einen AirTag überall, wenn ich am rumreisen bin. Im Rucksack ist auch einer. Ich lieb’s einfach, wenn ich auf mein Handy gucke und weiß, wo alles ist.
Es gibt ein Event-Kollektiv namens Cercle, das Livestream-Videos an richtig spektakulären Locations auf der ganzen Welt dreht. Ich war mal mit ihnen in Ägypten: Sie haben mich auf einer Insel im Roten Meer ausgesetzt auf der ich dann meinen Song „Jubal“ performet habe, total verrückt. Wir waren drei Tage mit 15 Leuten auf dem Boot unterwegs, haben dort geschlafen und nach der Insel gesucht. Am Ende hat mir der Kameramann den Brustbeutel geschenkt.“



8 | Mini-Stativ

„Das ist einfach nur ein Mini-Stativ. Ich habe nicht so die Einstellung zu Social Media, dass ich richtig hart Bock drauf habe. Aber ich lebe ja davon und filme dann manchmal für Instagram und wenn ich hier irgendwie am Synthesizer spiele, stelle ich das einfach auf.“

9 | USB-Stick

„Ich habe ja einen kompletten Handgepäck-Koffer, der voll mit Instrumenten ist, und spiele nur meine eigene Musik. Das heißt, live spiele ich Melodien ein. Aber der USB-Stick ist immer gut als Back-up. Zum Beispiel, wenn ich unterwegs bin und mein Equipment nicht funktioniert. Dann kann ich immer noch als DJ spielen. Oder ich bin bei Freunden und plötzlich ist Hauspartyvibe. Früher kam das öfters vor – jetzt sind alle viel mit ihrem eigenen Leben und ihrer Arbeit beschäftigt.
An Alle Musiker da draußen: Mitte März wird es einen Remix Contest für meinen Track „Azur“ geben – schaut gerne auf meinen Socials vorbei!“
06.03.2026 — Mila Schmitz
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