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Schwangerschaft
in Corona-Zeiten

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Eine nicht ganz unbedeutende Sache hat sich auch in Corona-Zeiten nicht verändert: Menschen zeugen Kinder und bringen sie auf die Welt. Die Zeit der Schwangerschaft erlebt jede Frau anders, doch sie ist in jedem Fall von Hochs und Tiefs geprägt: von himmelhochjauchzend zu anschließend in Tränen badend, weil die Pflanze auf dem Balkon der Nachbarn scheinbar zu wenig Wasser bekommt. Nicht so einfach, während dieser nervenaufreibenden Monate die Entspanntheit zu wahren, die einem von allen Seiten gepredigt wird. Und dann wäre da noch dieser Virus, der sowieso alles in unserem Leben auf den Kopf stellt und Normalität so gut wie unmöglich macht. Re.flect Redakteurin Jana ist momentan im 7. Monat schwanger, hat sich zuhause eingeigelt und die folgenden Infos und Tipps für euch gesammelt, die helfen sollen Ruhe zu bewahren und sich zuhause auf die Geburt vorzubereiten.

 

Coronabedingte Änderungen und Beschlüsse zur Schwangerschaft

Das Wichtigste zuerst: Laut RKI und dem Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V. ist der Verlauf einer Corona-Infektion bei Schwangeren als nicht gravierender als bei Nichtschwangeren einzuschätzen. Es sei mit keinen besonderen Komplikationen zu rechnen und auch das Baby sei nicht gefährdet, sich im Mutterleib anzustecken. Trotzdem ist Vorsicht geboten: Auf Grund des veränderten Immunsystems schwangerer Frauen würden diese grundsätzlich ein erhöhtes Infektionsrisiko mit sich bringen und sollten sich in jedem Fall an die für alle geltenden Schutzbestimmungen halten. Sowohl die Krankenhäuser als auch die Gynäkologie-Praxen, die Hebammen-Praxen und alle anderen medizinischen und pflegerischen Einrichtungen müssen Vorsichtsmaßnahmen einhalten, die Auswirkungen auf Schwangere und ihre PartnerInnen haben.

Stand heute (28.04.2020) dürfen in Stuttgart PartnerInnen beispielsweise bei der Geburt im Kreißsaal dabei sein – das ist in einigen anderen Städten bereits seit Wochen nicht mehr der Fall. Aufgrund der strikten Besuchsverbote müssen sie das Krankenhaus aber nach der Entbindung wieder verlassen und dürfen anschließend auch nicht mehr zu Besuch kommen, um Zeit mit dem Neugeborenen zu verbringen. Eine Ausnahme bietet die Filderklinik, die es dem Partner/der Partnerin einmal täglich erlaubt, die frisch gebackene Mutter und das Baby zu sehen.

Viele Paare entscheiden sich in dieser Zeit für eine ambulante Geburt. Immer beliebter wird auch eine Niederkunft im eigenen Heim, dafür ist aber ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf und einiges an Vorplanung notwendig. Nicht alle Hebammen bieten den Homeservice an, bei Interesse sollte man sich daher möglichst gleich zu Beginn der Schwangerschaft entscheiden und die Vorbereitungen gemeinsam treffen.

Und auch schon in den früheren Stadien der Schwangerschaft gibt es aufgrund von Corona einige Änderungen im betreuerischen Verlauf. Die Frauenarztpraxen müssen versuchen, die Wartezimmer so leer wie möglich zu halten, um den notwendigen Abstand zwischen den Patienten zu gewährleisten. Aus diesem Grund ist es im Moment nicht möglich, eine Begleitperson zu den Untersuchungen mitzubringen. Lediglich zum zweiten großen Ultraschall ist eine weitere Person zugelassen. Gewöhnliche Vorsorgeuntersuchungen abseits einer Schwangerschaft werden bis auf Weiteres verschoben.

Die Hebammen haben die Treffen begrenzt und lassen sich nur noch im Wochenbett persönlich blicken. Alle anderen Termine vorab werden momentan telefonisch abgehalten. Es ist ratsam, sich alle Fragen und Sorgen rund um das Baby, die Geburt und den eigenen Körper aufzuschreiben und ein Telefon-Date zu vereinbaren. Die meisten Hebammenpraxen haben außerdem ein Online-Angebot für Geburtsvorbereitungskurse entwickelt. Auch wenn es ein bisschen ungewohnt und anfangs vielleicht lustig ist, die Übungen im eigenen Wohnzimmer zu machen: besser so, als sich unvorbereitet auf die Geburt einlassen zu müssen. Auch für die PartnerInnen ist der Kurs von Vorteil, da genau erklärt wird, wie sie die werdende Mutter bestmöglich unterstützen können. Die Online-Kurse werden für die Schwangere wie gewöhnlich von der Krankenkasse übernommen, für den Partner/die Partnerin fällt eine Gebühr an, die eigenständig bezahlt werden muss.

Sport und Kontakt zu anderen Schwangeren

Leider wurden auch alle Yoga- und Schwimmkurse sowie weiteren Sportaktivitäten für Schwangere abgesagt. Zwar kann man einige Übungen auch selbst zuhause machen und zahlreiche Yoga- und Sportstudios bieten darüber hinaus die gewohnten Klassen als Online-Format an, der Austausch mit anderen Schwangeren bleibt dabei allerdings auf der Strecke. Erfahrungsgemäß hilft die Kommunikation untereinander, scheinbare Absonderlichkeiten am eigenen Körper auch bei anderen zu entdecken und sich dadurch selbst zu beruhigen. Regelmäßige Telefonate mit anderen Schwangeren und Bauchfotos per WhatsApp sind daher ein feiner und sinnvoller Zeitvertreib für die Monate daheim und helfen gegen kleinere Panikanfälle und Unruhe.

Kreative Andenken

Stichwort Fotos: Kitschige Shooting-Termine können im Moment (leider) nicht stattfinden. Halb so wild, denn weichgezeichnete nackte Bäuche mit Tüll und Weißschleier gibt es in den Fotoalben der letzten Jahrzehnte schon zur Genüge und selbstgemachte kreative Andenken sind sowieso viel schöner. Das eigene Zuhause, der nahegelegene Wald oder ein Plätzchen auf einer Wiese sind hervorragende Orte für ein sinnliches Fotoshooting. Der Partner/die Partnerin, die beste Freundin, die Mutti oder sonst wer brauchen dafür heutzutage kein besonderes Equipment mehr, die Kameras unserer Smartphones reichen gepaart mit kreativen Ideen und ein paar schönen oder auch albernen Accessoires völlig aus. Anschließend bleibt Zeit für ein Picknick und ein paar entspannte Stunden in der Sonne. Ebenfalls eine tolle Erinnerung an diese kugelige Zeit ist ein Gipsabdruck des Babybauches. Alles was man dafür braucht, findet man problemlos im Internet.

 

Füße hoch und entspannen

Das Wichtigste ist aber, sich auch in dieser seltsamen Zeit nicht verrückt machen zu lassen und zu versuchen, die gewonnene Zeit positiv zu nutzen: Annehmen, was man nicht ändern kann, Ruhe bewahren und die erzwungene Entschleunigung für sich, für die Familie und das Baby einsetzen. Die ruhigen Stunden, die einem durch Corona beschert werden, sind bald Geschichte. Nun gilt es, die Füße hochzulegen, die vielen spannenden Bücher zum Thema zu verschlingen, hübsche Dinge fürs Kinderzimmer zu basteln und die Zeit mit sich selbst zu genießen.

Online-Geburtsvorbereitungskurse

Die Stuttgarter Hebammenpraxen Herzallerliebst und Freya bieten auch weiterhin Geburtsvorbereitungskurse an. Sowohl als mehrwöchiges- als auch als zweitägiges Intensivformat sind die Kurse über die Homepage der Praxen buchbar.

Yoga Studios mit Online-Classes

Auf der Seite des „Yoga Süd“ bietet Katrin eine wundervoll entspannende, aber auch fördernde Stunde für Schwangere an: immer Montags von 18 bis 19 Uhr.

Das Studio „Yoga Vidya“ bietet ebenfalls Yoga-Stunden an. Hier kann per Einmalzahlung unverbindlich teilgenommen werden, bereits gebuchte Kurse bleiben ebenfalls bestehen: immer Mittwochs von 18.30 bis 19.45 Uhr.

Tolle Videos zum Mitmachen bieten außerdem Gesine von Yogabasics und Nicole von YogaEasy an:

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