Kultur

Auf Entdeckungstour: Die schönsten Spaziergang-Routen im Kessel

Genug von Streaming-Diensten, Home-Workouts und Afterwork-Drinks per Videochat – ab an die frische Luft! Die aktuelle Situation bietet die ideale Gelegenheit, um die eigene Stadt noch mal von einer anderen Seite kennenzulernen. Wir haben deshalb für euch die schönsten Spaziergang-Routen und Outdoor-Spots gesammelt, für die ihr weder Auto noch Wanderausrüstung braucht. Trotzdem wichtig: Abstand halten und im Zweifelsfall Maske einpacken!

Übrigens: Zahlreiche gastronomische Betriebe in der Umgebung bieten auch Take-away an – also am besten gleich eine Stärkung mitnehmen!

Aussichtsreich durch den Süden

Direkt vom Marienplatz aus gelangt man über die Böheimstraße zur Adlerstaffel. Von hier aus zweigt der Schimmelhüttenweg zu einem recht steigungsintensiven Aufstieg durch die Weinberge ab. Dafür wird man oben mit einem fantastischen Ausblick belohnt oder kann sogar noch weiter hinauf bis nach Degerloch spazieren. Und runter? Geht’s bequem mit der Zahnradbahn – Zwischenstopp am Santiago-de-Chile-Platz inklusive.

Etwas weiter Richtung Heslach bietet sich der Südheimer Platz als Startpunkt an: Umgeben von Grün kann man hier entweder an der Buddha Lounge vorbei den Kühornweg Richtung Viereichenhau einschlagen oder sich auf der anderen Seite zur Heslacher Wand aufmachen. Von dort aus geht’s direkt in den Bürgerwald oder den Blauen Weg entlang bis zur Hasenbergsteige.

Wer sich noch ein Stück weiter hinaus wagt, kommt von Heslach Vogelrain an ein paar Brunnenanlagen vorbei bis zu den Heslacher Wasserfällen und kann entlang der Brücke über die Gäubahn den Rückweg antreten. Was alle drei Strecken gemeinsam haben? Eine tolle Aussicht dank Kesselhang!

Unsere Tipps:
• Für den Weinwanderweg vom Marienplatz nach Degerloch direkt einen Vino einpacken!
• Noch nicht genug? Die Calisthenics-Anlage am Südheimer Platz lädt zum Auspowern ein.
• Mit der historischen Seilbahn ist man super schnell am Waldfriedhof.

West: Von kleinen zu großen Gewässern

Startpunkt unseres Spaziergangs ist der Hölderlinplatz. Nach einem kurzem Stopp bei der Raupe Immersatt führt die Johannesstraße (direkt an unserer Redaktion vorbei) weiter zum Mókuska Caffè, ehe man auch am Kiosko vorbeikommt. Hier findet man leckere Snacks und wärmende Drinks to-go. Mit einem Heißgetränk im Gepäck geht es also weiter zum Feuersee, wo man sich eine kleine Auszeit vom Alltag nehmen kann, während man genüsslich am Cappuccino nippt und den Blick über den See schweifen lässt.

Nicht weit entfernt befindet sich der Aufgang zur Karlshöhe. Mit Weinbergen, Gärten und Biergarten gehört die öffentliche Grünanlage zu den beliebtesten Aussichtsplätzen der Stadt.

Erholung im Grünen verspricht auch ein kleiner Ausflug an den Bärensee. Nach einem Spaziergang über die Hasenbergsteige und dem kurzen Panoramaabschnitt des Blaustrümpflerwegs führt der Weg weiter durch den Wald bis zum See. Oberhalb des Gewässers befindet sich das Bärenschlössle, von wo aus man einen fantastischen Blick auf die gegenüberliegende Hirschwiese und die langgestreckten Parkseen hat. Wer Lust auf noch mehr Grünflächen und Seen hat, kann außerdem eine Tour zum nicht weit entfernt gelegenen Katzenbachsee unternehmen.

Unsere Tipps:
• Sich zuhause oder bei dem kleinen türkischen Supermarkt „Markt Ecke” mit reichlich Proviant und heißem Tee für ein winterliches Picknick am Bärensee eindecken.
• Kamera nicht vergessen: Die Aussicht von der Karlshöhe und der Bärensee sind immer einen Schnappschuss wert!
• Offiziell gehört auch das Schloss Solitude noch zum Stuttgarter Westen – einfach den Bus 92 Richtung Heslach Vogelrain nehmen!

Nord: Zwischen Architektur und Erholung

Los geht’s an der Stadtbibliothek und entlang der Heilbronner Straße zum Pragfriedhof. Nach einem kurzen Besuch beim Stadtacker und bei Contain’t gelangt man durch eine Unterführung auf den Eckertshaldenweg und an der Werner-Siemens-Schule vorbei auf einen versteckten Stäffelesweg. Dieser führt direkt durch die verspielten Schrebergärten zur Weissenhofsiedlung. Von hier aus ist es nur noch ein Katzensprung zum Wartbergpark oder dem Höhenpark Killesberg!

Start der nächsten Route ist der Chinesische Garten, von dem aus man auf Halbhöhenlage über den Kessel blicken kann. Weiter geht’s über die Birkenwaldstraße zum Kriegsbergturm. Nach einem Abstecher beim Theodor-Heuss-Haus gelangt man zum höchsten Punkt der Stadt: Der Gähkopf bietet eine Rundumsicht in alle Himmelsrichtungen.

Wer mehr Lust auf weite Grünflächen hat, sollte sich warm einpacken und die Stuttgarter Parks abklappern: Angefangen beim Schlossgarten, trifft man schnell auf das Schloss Rosenstein, um das sich der Rosensteinpark erstreckt. Nachdem man die Nordbahnhofstraße passiert hat, kommt man über den Pragsattel und durch den Höhenpark Killesberg zur Grünen Fuge und damit direkt zur Feuerbacher Heide.

Unsere Tipps:
• Unser Lieblingsort für eine kleine Pause: am Bismarckturm das Panorama genießen!
• Noch mehr Lust auf Wald? Festes Schuhwerk einpacken und ab durch den Kräherwald.
• Im Höhenpark kann man sich gedanklich bereits in den Sommer und ins Freibad träumen.

Ost/Mitte: Urbanes Schlendern

Mitten im Herzen der Stadt führt uns der Weg vom Oberen Schlossgarten aus zwischen Landtag und Staatstheater vorbei durch die Unterführung der Konrad-Adenauer-Straße zum Haus der Geschichte. Hier beginnt die Eugenstraße, die unser erstes Ziel schon vermuten lässt. Über die Kreuzung zur Urbanstraße warten schon die liebsten Treppen der Stuttgarter:innen: die Stäffele. Wer die Eugenstaffel erklimmt, wird oben nicht nur mit einer wunderschönen Sicht über den Kessel belohnt, auch der Galatea-Brunnen ist eine absolute Sehenswürdigkeit. Die Eisdiele Pinguin hat im Winter leider geschlossen – dafür gibt’s in der Tagesbar Apotheke einen leckeren Kaffee oder eine heiße Schokolade mit Hafermilch zum Mitnehmen. Übrigens: Schon mal den süßen Mops auf der Stele entdeckt? Das Denkmal wurde zu Ehren des berühmten Humoristen Loriot erbaut, der einst im dritten Stock der Haußmannstraße 1 lebte.

Vom Eugensplatz aus geht der Aufstieg weiter die Wagenburgstraße hinauf, bis sie in den Alfred-Lörcher-Weg mündet. Hier hoch gestiefelt, erreicht man die nach dem Dichter Ludwig Uhland benannte Uhlandshöhe, auf der sich neben der alten Ruine auch die Schwäbische Sternwarte befindet. Diese ist zwar momentan geschlossen, der dahinter gelegene Park verspricht aber einen tollen Blick über Stuttgart.

Entlang der Schellberg- und Haußmannstraße bergab, bekommt man das volle Ost-Programm: Auf dem Weg zum Ostendplatz reihen sich kleine Läden an Restaurants und schöne Blumenshops. Am Knotenpunkt angekommen, kann man einfach mal den Charme des Stadtteils mit den schönen Backstein-Gebäuden auf sich wirken lassen – oder direkt noch den Wocheneinkauf erledigen.

Unsere Tipps:
Auf der Uhlandshöhe bei der Gärtnerei Locher steht ein Regiomat, der rund um die Uhr frische Produkte aus lokaler Erzeugung anbietet – so wird man auch sonntags mit hausgemachten Maultaschen versorgt!
Wem die Puste noch nicht ausgegangen ist, der kann die Tour nach dem Ostendplatz noch zur Villa Berg mit eigener Parkanlage verlängern.
Vom dort gelegen Rosengarten aus ist es auch nicht mehr weit zu den Mineralbädern.

Bad Cannstatt: Flanieren am Neckar

Wer auf seinem Spaziergang ein bisschen „Seeluft“ schnuppern möchte, ist im vom Neckar durchzogenen Bad Cannstatt genau richtig. Wir starten unsere Route an den bunt bemalten Wänden der „Hall Of Fame“ an der Haltestelle Mercedesstraße. Nach dem Erkunden der Umgebung und dem Bewundern der zahlreichen Kunstwerke, geht es weiter in Richtung Wasengelände. Ganz ohne Festzelte, Fahrgestelle und Bühne wirkt der Platz erst einmal riesig, wird jedoch von Skateboards, Bikes und dem einen oder anderen Vierbeiner belebt, welche die Fläche für ihre Zwecke nutzen. Wer von hier aus dem Neckarweg folgt, kann am Fluss entlang Lastschiffe an sich vorbeitreiben sehen und bekommt so schnell das Gefühl, ein bisschen aus der Stadt rauszukommen. Die Häuserfassaden auf der gegenüberliegenden Seite sind aber natürlich noch problemlos zu erkennen.

Geht man noch ein Stück weiter, ragt schon der Gaskessel am Horizont empor. Der Weg erstreckt sich den ganzen Neckar entlang und so kann man ganz nach Belieben entscheiden, wie lang der Spaziergang werden soll, bevor man umdreht. Da entlang der Strecke auch die S-Bahn Linie 1 verläuft, kann man bei müden Beinen zudem jederzeit bequem mit der Bahn zurück in die Stadt kommen.

Ebenfalls eine schöner Abschnitt: Durch den Cannstatter Kurpark vorbei am Kursaal und der Gottlieb-Daimler-Gedenkstätte zum Wanderweg am Neckarufer Richtung Max-Eyth-See.

Unsere Tipps:
Auf einem Plan sind die von der Stadt zur Bemalung freigegebenen Wände in der „Hall Of Fame“ eingezeichnet.
Auf Höhe der Anlegestelle „Neckarpark/Mercedes-Benz Welt“, wo normalerweise der Neckar-Käpt’n in See sticht, kann man einen Abstecher nach links Richtung Mercedes-Benz-Museum und -Arena machen.
Der Neckarweg ist von Bäumen umsäumt und wird ohne seine Steigungen auch gerne als Fahrradweg genutzt.

Das koennte dir gefallen…

Keine Kommentare

Kommentar schreiben