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Laura Hör

featured Gastro News

Feines veganes Gebäck: Jones Donuts eröffnet in der Innenstadt

Jones Donuts

Für ein perfektes Donut-Rezept dürfen Eier und Milch nicht fehlen? Nicht im neu eröffneten Café Jones Donuts in der Calwer Straße! Inhaber Jones Mageot verzichtet komplett auf tierische Produkte und serviert neben veganen Donuts auch Bagels, „Mylkshakes“ und Kaffee.

Der frischgebackene Besitzer und Betreiber hat in Stuttgart das Bäckereihandwerk gelernt und ist in seinem Beruf schon ganz schön rumgekommen: In Paris, London und Kopenhagen konnte Jones bereits Erfahrungen in den unterschiedlichsten Bäckereien und Cafés sammeln. Was ihm in seinem Tatendrang dabei immer gefehlt hat: die Selbstständigkeit! Diesen Wunsch erfüllt er sich nun mit dem kleinen Café in der Innenstadt. Die leckeren Kreationen backt Jones täglich frisch in der Bäckerei in Stuttgart-Giebel – probiert werden können sie in der strahlend blauen Location mit den leuchtenden Neon-Schildern an der Stadtmitte. Damit schließt das Jones Donuts Café die Lücke, die für viele Veganer:innen auf der Suche nach feinem Gebäck ohne tierische Produkte bei der Umstellung der Ernährung entsteht.

Jones Donuts

Info: Jones Donuts

Calwer Straße 31
Mo-Sa von 10 bis 19 Uhr
Sonntag 11 bis 19 Uhr

instagram.com/jones.donuts

featured Gastro Genuss

Lokalrunde: RAGAZZI

In unserer neuen Rubrik Lokalrunde stellen wir euch die Köpfe hinter Stuttgarts schönsten Gastrospots vor!

Seit einigen Monaten gibt es in Stuttgart eine neue Adresse für feinste, neapolitanische Pizza. Im RAGAZZI wird die Spezialität auf traditionelle Weise zubereitet – Grund genug, den Betreiber Michelangelo Giuliano zu unserer Lokalrunde einzuladen! Weiterlesen

Gastro Genuss

Lokalrunde: BIX

BIX

In unserer neuen Rubrik Lokalrunde stellen wir euch die Köpfe hinter Stuttgarts schönsten Gastrospots vor!
Das BIX gehört nicht nur laut Down-Beat Magazin zu den 50 besten Jazzclubs der Welt, sondern hat neben hochkarätigen Acts auch feinste Drinks zu bieten. Als Barchef der renommierten Location hat Jens Oelkrug von der BIX-Lounge einiges zu erzählen! Weiterlesen

News

Mehr Hanf für Stuttgart:
GRÜNES GOLD CBD-Shop

GRUENES GOLD

Seit Ende Oktober gibt es mit dem Store „Grünes Gold“ in der Silberburgstraße eine neue Adresse für hochwertige CBD-Produkte. Im Laden von Moritz Wagner, Stefan Nieswandt und Valentin Hocher werden Tees, Extrakte, Kosmetik und Blüten von renommierten Lieferant:innen angeboten. Der Wirkstoff Cannabidiol wird aus der Heilpflanze Hanf gewonnen, hat aber keine psychoaktive Wirkung beim Konsum und darf dementsprechend rezeptfrei verkauft werden. Das Team des Stores steht Besucher:innen mit einer kompetenten Beratung zur Seite und garantiert die beste Qualität der Produkte.

Info: Grünes Gold

Silerburgstraße 119
Mo–Sa 10-–20 Uhr
instagram.com/gruenes.gold_stuttgart/

News

Solidarisches Stuttgart: Harrys Bude an der St. Maria Kirche

Harrys Bude

Trotz der Tatsache, dass Stuttgart zu den wohlhabendsten Städten zählt, können sich auch hier viele Menschen nicht ausreichend Lebensmittel leisten. Die dringend benötigte Unterstützung dieser Menschen hat sich das Team um „Harrys Bude“ zur Aufgabe gemacht. Die über 50 Ehrenamtlichen rund um den Betreiber Harry Pfau haben einen Foodsharing-Fairteiler an der St. Maria Kirche am Österreichischen Platz ins Leben gerufen, an dem täglich nicht verkaufte Nahrungsmittel aus Supermärkten kostenlos an Menschen verteilt werden. Wer das Team unterstützen möchte, findet auf der Website alle Infos.

Info: Harrys Bude

Mo–Sa 10–17 Uhr
St. Maria Kirche

online-ordner.de/

Kultur News

Neue Klangräume für Stuttgart: Initiative Konzerthaus

Initiative Konzerthaus

Für eine neue, zeitgemäße Spielstätte setzt sich der Verein Konzerthaus Stuttgart mit seiner gleichnamigen Initiative, bestehend aus den wichtigsten Vertreter:innen der Stuttgarter Veranstalter:innen und Nutzer:innen, ein. Mit der Liederhalle am Berliner Platz hat Stuttgart zwar eine besondere Spielstätte mit toller Architektur – das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1956 entspräche aber laut der Initiative nicht mehr den technischen Ansprüchen der heutigen Zeit.

Bei einem dreistufigen Prozess wurde im Sommer 2020 von einem Beratungsunternehmen aus München in Zusammenarbeit mit wichtigen Akteur:innen aus der Stuttgarter Musikszene untersucht, welchen Anforderungen sich das Projekt stellen muss und welche Möglichkeiten bestehen. Die Richtung: weg von der traditionellen Klangstätte wie der Liederhalle, hin zu einem offenen Ort der Begegnung, der Performance und Musikvermittlung sämtlicher Genres. Ebenso soll genug Raum für mehrere Veranstaltungen täglich geschaffen werden. Ein solcher Ort kommt der einheimischen Stadtgesellschaft ebenso zugute – zeitgleich zieht er Besucher:innen in die Stadt. Das gesamte Konzept ist als e-Paper erhältlich.

Im Frühjahr diesen Jahres wurde außerdem das „ZUKUNFTSLABOR Konzerthaus Stuttgart“ gegründet. Ein interdisziplinäres Mehrgenerationen-Team soll den den gesamten Prozess der Initiative begleiten und innovative Beiträge leisten. Ab dem 08. November startet zudem im Hospitalhof eine Veranstaltungsreihe, bei der die Themen der Musikstadt Stuttgart besprochen werden. Alle Informationen gibt es hier.

Initiative Konzerthaus

Wer das Vorhaben unterstützen möchte, kann Mitglied des Konzerthaus Stuttgart e.V. werden: https://initiative.konzerthaus-stuttgart.de/#unterstuetzen

Info: Initiative Konzerthaus

initiative.konzerthaus-stuttgart.de
Mail: kontakt@initiative.konzerthaus-stuttgart.de

Gastro Genuss

Wine Time im Kessel – Weingüter in und um Stuttgart

Weingüter

Unsere Kessellage hat noch mehr zu bieten als jede Menge Stäffele und einen schönen Ausblick: Weinreben und feine Tropfen aus Stuttgart und der Umgebung! Pünktlich zum Herbst beginnt die Lese auf den Weinbergen und Weingärtner:innen sowie Helfer:innen sind unterwegs für die Ernte der Trauben, um sie danach weiter zu leckeren Weinen direkt aus der Region zu verarbeiten. In nur wenigen Großstädten ist der Weinbau so präsent wie in Stuttgart – Grund genug, sich mal umzuschauen und die Vielzahl der Weingüter zu entdecken! 

 

Von der Innenstadt bis nach Bad Cannstatt: 

 

Als eine der wenigsten Großstädte haben wir nicht nur außerhalb der Stadt jede Menge Weinberge, sondern auch mitten im Stadtgebiet. Der erste in diesem Metier war ein Weingärtner im Jahr 1250. Dieser bewirtschaftete laut Aufzeichnungen Weinberge im Stuttgarter Westen – im Kessel weiß man also schon lange, wie es geht! Für Jahrhunderte war der Weinbau eine der wichtigsten Einnahmequellen der Stuttgarter:innen. Angebaut wird Wein heute noch an den Hängen an der Karlshöhe, am Hasenberg, an der Weinsteige im Süden, am Pragsattel und an der Cannstatter Halde. Ein absolutes Alleinstellungsmerkmal von Stuttgart ist das eigene, städtische Weingut, dessen Geschichte sich bis ins 19. Jahrhundert zurückführen lässt. Das Weingut der Stadt Stuttgart besitzt Rebflächen von Bad Cannstatt bis Degerloch und die Weine sind ebenso traditionell wie vielfältig: Vom „Schlotzerle“ bis zum Premium-Merlot „Canstatter Zuckerle“ bietet das Weingut eine große Auswahl an feinen Rebsäften. In der eigenen Vinothek und der Weinbar „Schattenbruder“ kann das gesamte Sortiment des städtischen Weinguts gekauft und probiert werden. 

Weingüter

 

Das in Stuttgart-Feuerbach angesiedelte Weingut 70469R! des Jungwinzers Fabian Rajtschan wird bereits seit sieben Generationen von der Familie geführt. Eine Mischung aus solidem, traditionellen Handwerk und neuen Ideen machen die Kreationen wie den Riesling, Trollinger und Blanc de Noirs zu etwas ganz Besonderem. Zu kaufen gibt es die Tropfen im Onlineshop – wer lieber vor Ort probieren möchte, kann dies bei den eigens organisierten Weinproben in Feuerbach tun oder es sich in der Besenwirtschaft gemütlich machen. Im Weinfactum Bad Cannstatt findet seine Ursprünge in der Cannstatter Weingärtnergenossenschaft, die bereits 1932 gegründet und später zum Weinfactum modernisiert wurde. Die Sorten wie Riesling, Muskateller und Trollinger wachsen in den besten Lagen von Marbach bis Untertürkheim und können im Onlineshop gekauft werden. Die eigene Vinothek am Römerkastell bietet neben edlen Tropfen einen fantastischen Ausblick über die Stadt. 

WINWINWIN: Gemeinsam mit 70469R! verlosen wir eine Flasche Wein des Jungwinzers. Einfach eine Mail mit dem Betreff „70469R!“ und vollständiger Adresse an gewinner@reflect.de senden. Viel Glück! Teilnahmeschluss: 30.11.2021, Teilnahmebedingungen s. Impressum

 

Zwischen Unter- und Obertürkheim: 

 

Unter- und Obertürkheim mitsamt dem Württemberg sind der Place to be, wenn es um das Thema Wein geht. Ein paar Minuten von der Stuttgarter Innenstadt entfernt, prägen die Weinberge hier das Landschaftsbild. Die vor allem mit lokalen Sorten wie Trollinger und Lemberger bewachsenen Reben laden zu ausgedehnten Weinwanderungen an. Die Weinmanufaktur Untertürkheim betreibt ihre Kelter direkt in der Ortsmitte Untertürkheims und das bereits seit knapp 120 Jahren. In den beiden Vinotheken in Ober- und Untertürkheim kann man die Tropfen der Manufaktur bei Erlebnisweinproben verkosten oder im eigenen Shop erstehen. Das Weingut Schwarz ist ein traditioneller Familienbetrieb, der seit über 300 Jahren am Untertürkheimer Mönchberg und Wangener Berg regionale und internationale Rebsorten anbaut. Wer die Weine probieren möchte, kann dies vor Ort in der eigenen Besenwirtschaft bei bester Gesellschaft oder im eigenen Onlineshop für zuhause tun. Zwischen Untertürkheim und Rotenberg liegt auch das Weingut Warth – direkt am Fuß des Würtemberg werden hier vor allem Trollinger, Riesling, Lemberger und Spätburgunder angebaut. Der Traditionsbetrieb bietet neben dem eigenen Shop auch Online-Weinproben an. Wer die edlen Tropfen lieber direkt am Ort des Geschehens erleben möchte, kann dies bei den eigens organisierten Proben direkt in den Weinbergen tun. Beim Collegium Wirtemberg trifft Tradition auf Moderne: Die Mitglieder kreieren ganz besondere Weine made in Baden-Württemberg. Vielfache Auszeichnungen geben dem Team des Collegiums recht, das Angebot des Shops umfasst verschiedenste Rebsorten von Süß- bis Schaumwein. Bei den wöchentlich stattfindenden Weinsonntagen können die Kreationen gekauft und auf der eigenen Terrasse probiert werden. Besonderen Wein gibt es auch vom Familienbetrieb Weingut Wöhrwag – mit viel Liebe zum Thema widmet sich hier die ganze Familie den hauseigenen Sorten wie Riesling, Lemberger, Merlot und Cabernet. Die Trauben wachsen auf rund 20 Hektar am Untertürkheimer Herzogenberg und können im Shop erstanden oder bei Menübenden in der „Bo’teca“ verkostet werden. Der Jungwinzer Maximilian Dinter mischt mit seinen Produkten von MAXWEIN mit besonderen Weinen und modernen Designs den traditionellen Weinbau in Stuttgart auf. Spannende Sorten wie der Riesling „Hand und Fuß“ gibt es im Onlineshop zu kaufen. Von Alt- bis Mönchberg baut auch das Weingut Diehl in Untertürkheim seine Weine an. Hier kommen hauptsächlich Trollinger, Merlot, Riesling und Weißburgunder in die Flasche. Bei digitalen Weintastings können die Kreationen von Thomas Diehl bequem von zuhause verkostet werden – kaufen kann man sie ebenfalls im eigenen Onlineshop. Im Weingut Ruoff in Obertürkheim und den eigens bebauten Steillagen zwischen Esslingen und Fellbach werden seit mehreren Generationen eigene Sorten wie Riesling, Ruländer und Pinot Gris angebaut. Die eigene Besenwirtschaft des Familienbetrieb befindet sich direkt über dem 500 Jahre alten Weinkeller und lädt zu gemütlichen Weinabenden ein, die Weine können vor Ort gekauft werden. Auch im Weingut Zaiß arbeitet die Familie seit Generationen mit viel Liebe zur Tradition an den eigenen Kreationen wie dem Riesling, Chardonnay oder Spätburgunder. Im hauseigenen Sonnen-Besen in Obertürkheim gibt es die leckeren Weine in historischem Setting zu probieren. In der Vinothek und im Onlineshop können die Tropfen außerdem erstanden werden. 

Weingüter

WINWINWIN: Wer jetzt Lust bekommen hat, einen Wein der Untertürkheimer Weingärtner zu probieren, bekommt hier seine Chance! Wir verlosen drei Gutscheine im Wert von 10 Euro vom Weingut Warth, einen 10-Euro-Gutschein der Weinmanufaktur Untertürkheim und eine Flasche Lemberger des Jungwinzers MAXWEIN. Einfach eine Mail mit dem Betreff „WEINGUT WARTH“, „WEINMANUFAKTUR UNTERTÜRKHEIM“ ODER „MAXWEIN“ und vollständiger Adresse an gewinner@reflect.de senden. Viel Glück! Teilnahmeschluss: 30.11.2021, Teilnahmebedingungen s. Impressum

Bisschen weiter raus: 
In Kernen im Remstal gibt es eine weitere Adresse für beste Weine aus der Region. Im Traditionsunternehmen Wilhelm Kern wird seit vielen Generationen Weinbau betrieben. Die Weintrauben stammen aus den Lagen im Remstal und Stuttgart – in die Flasche kommen hier Sorten wie Trollinger, Riesling oder Cabernet Sauvignon. Mit der Kesselliebe ist außerdem eine weitere Linie aus dem Hause Kern entstanden, für das nur Reben aus dem Kessel zum Einsatz kommen und das die Liebe zu Stuttgart ins Glas bringt. Zu kaufen gibt es die Kreationen unter anderem in den 0711Stores, im Kaufhaus Mitte oder bei Wein-Moment. Die eigene Vinothek, feine Winetastings und virtuelle Weinproben machen das Weinerlebnis perfekt. 

WINWINWIN: Wir verlosen einen 6er-Karton der Weinlinie „von Stetten“ von Wilhelm Kern. Einfach eine Mail mit dem Betreff „WILHELM KERN“ und vollständiger Adresse an gewinner@reflect.de senden. Viel Glück! Teilnahmeschluss: 30.11.2021, Teilnahmebedingungen s. Impressum

Weingüter

Interview Wortwechsel

Wortwechsel: Nils Runge x Theresa Kern x Benjamin Kieninger

Wortwechsel

Statt klassischem Interview lassen wir die Protagonisten bei unserem Wortwechsel selbst die Fragen stellen.

Die Clubkultur hat schwere Monate hinter sich – von monatelanger Schließung bis zu schlagartiger Öffnung und kaum umsetzbaren Regelungen mussten Clubbetreiber:innen und Protagonist:innen des Nachtlebens einiges mitmachen. In unserem Wortwechsel haben sich der Stuttgarter Nachtmanager Nils, Theresa vom Club Kollektiv und Benny von Fridas Pier ausgetauscht, wie sie die letzten Wochen empfunden haben und wo sich auch Chancen für die Zukunft von Stuttgarts Nachtleben eröffnet haben.

Nils: Mich würde interessieren, wie ihr die letzten Wochen erlebt habt und warum es manchmal vielleicht nicht ganz so einfach war.

Benny: Für uns von der Frida waren es wilde Zeiten! Aber jetzt, nach der erfolgreichen Eröffnung, gehe ich wieder sehr, sehr positiv in die nächsten Tage und Wochen und freue mich mega, dass wir nach so vielen Diskussionen öffnen können. Mit der Masken-Geschichte, also das war ja schon abgefahren … Ich war auch persönlich sehr überrascht, dass wir letzte Woche den Club ohne Maske aufmachen durften. Das hätte ich tatsächlich nicht so kommen sehen. Vor allem nicht in Baden-Württemberg, das eigentlich immer ganz hinten war bei den Corona-Lockerungen mit Bayern.

Nils: Wir haben so viel mit dem Gesundheitsamt, dem Ordnungsamt und dann auch wieder mit dem DEHOGA gesprochen – da sind im Hintergrund so viele Dinge passiert, weil innerhalb von sechs bis acht Wochen dieses Konzept vorbereitet wurde. Wie kriegen wir die Clubs geöffnet? Es gab dann kleine Rückschläge aufgrund einer vielleicht fehlerhaften Medienberichterstattung – so würde ich es nennen.

Benny: Das Karlsruhe-Thema?

Nils: Genau, der Club in Karlsruhe. Wir waren in Verhandlungen und dann kam die Berichterstattung, dass in Karlsruhe ein Club geöffnet hatte und es sehr viel Corona-Fälle dort gab. Aber der Fehler war eben, dass es eigentlich kein Club war, sondern eine Location, die mit einer Bar-Konzession geöffnet hatte. Und daraufhin wurden die gesamten Gespräche auch wieder zurückgerollt und wir mussten noch mal neu anfangen. Anschließend ging es, wie Benny gerade richtigerweise gesagt hat, plötzlich Schlag auf Schlag: Freitags kam die Vorankündigung, dass die Maskenpflicht eventuell kommt. Montag dann das offizielle „Go“. Aber als ich zum Beispiel mit dem Gesundheitsamt gesprochen habe, wussten die vom Sozialministerium noch überhaupt gar nichts. Dann war gar nicht klar: Wo liegen jetzt die Verantwortungen? Ist das Gesundheitsamt vor Ort verantwortlich? Ist das Sozialministerium verantwortlich? Für die Maskenbefreiung musste erst mal geklärt werden: Wer hat denn überhaupt eine Konzession, um sie beantragen zu können? Die Befreiung kann man ja nur beantragen, wenn man einen Club oder eine Diskothek hat.

Resi: Wir haben jetzt mal eine Branche rausgesucht, in der wir diese Maskenpflicht irgendwie versuchen wegzukriegen. Und natürlich ist dann der Plan zu sagen: Hey, dann können auch andere nachkommen. Das ist ja auch eine Frage der Fairness. Die Lobby ist gerade für die Clubkultur groß und das ist wichtig, damit sie von der Politik auch gehört wird.

Nils: Und ich glaube, das ist was Wichtiges. Vor allem dank dir, Resi, als erste Vorsitzende der IG Club Kultur, haben wir es auch geschafft, in der Vergangenheit Themen auf Landesebene zu setzen. Wir haben in unserem Koalitionsvertrag dreimal „Clubs“ stehen, das erste Mal in der Geschichte von Baden-Württemberg. Das ist ein schönes Zeichen. Was mich interessieren würde: Was glaubt ihr denn, hätte transparenter oder kommunikativ besser funktionieren müssen? So dass es vielleicht für euch noch einfacher gewesen wäre, zu öffnen?

Benny: Ich glaube einfach die Vorlaufzeiten. Nicht dieses: Heute sage ich, dass es morgen losgeht. So ist es schwer planbar. Wir haben uns auch überlegt, wie wir die Bookings machen, wie wir das veröffentlichen und haben dann schnell gemerkt: Die Leute kaufen sich gerade keine Tickets im Voraus von vier Wochen. Und dieses auf Sicht fahren ist das, was einen so zermürbt. Klar ist das schwierig, aber es war teilweise schon sehr diffus – das hätte man vielleicht besser vorbereiten können.

Resi: Aber ich glaube, das war generell ein Problem. Ich habe sehr viele Jahre in einer Kulturbühne gearbeitet und letzten Oktober hatten wir genau das: Man muss super schnell reagieren und innerhalb einer Woche wieder ein neues Hygienekonzept umsetzen. Wie machen wir das mit den Sitzplätzen? Und wie achtet man darauf, dass alles eingehalten wird?

Benny: Auch die Ämter waren mit der Situation überfordert. Regeln sind schön auf dem Papier, aber die muss man dann auch kontrollieren und durchsetzen, das ist lange nicht wirklich passiert. Da muss der dafür Zuständige los und dann eben auch mal die Maßnahmen durchsetzen.

Nils: Ich glaube, dass teilweise intern gar nicht so gewusst wurde, was gerade der aktuelle Stand ist. Die Regeln kommen vom Bund aufs Land, vom Land auf die Stadt. Und da ist dann Interpretationsspielraum.

Resi: Es ist nicht nur alles immer verboten, sondern man hat schon die Möglichkeit, wenn man in den Dialog tritt. Das ist auch für die Betreiber:innen ganz wichtig zu wissen. Haben wir jetzt in der Verordnung ja auch gesehen, dass es möglich ist.

Nils: Aber das ist, finde ich, zum Beispiel das Spannende gerade an meiner Position, genau diese Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und der Szene. Zu vermitteln – was gar nicht so einfach ist, weil es komplett unterschiedliche Bedürfnisse sind und teilweise auch Missverständnisse herrschen. Die Clubs, die sind nicht nur Müll und Lärm, sondern die machen wirklich Kultur. Und auf der anderen Seite die Clubbetreiber:innen, die vielleicht auch sehen: Ja, und die Verwaltung ist nicht immer nur alt, verstaubt und gegen uns, sondern die haben auch innovative Ansätze oder haben Lust, gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Das ist ja überregional auch Stadtmarketing: Wenn man alternative Clubs mit einem spannenden Programm hat, dann reist man auch dafür. Und wenn wir das schaffen, in Stuttgart wieder mehr aufrechtzuerhalten und daran arbeiten, ist allen geholfen.

Resi: Und genau deswegen ist es auch so wichtig, verschiedenen Akteure:innen in der Politik das zu zeigen. Die wissen oft gar nicht, was Clubkultur eigentlich ist und wo die Unterschiede liegen – deswegen haben wir die Leute auch immer mal wieder mitgenommen.

Wortwechsel

Benny: Um diese Vielfalt auch kennenzulernen. Die letzten Wochen, Monate oder Jahre haben doch gezeigt, dass das wichtig war, dass man sich in kleinen Kollektiven engagiert. Corona hat jetzt keinen Spaß gemacht, aber wenn man genau hinguckt, dann gibt es schon auch ein paar gute Sachen, die sich dadurch schneller entwickelt haben.

Nils: Wir haben glaube ich vor allem durch Corona gemerkt, wenn sich unterschiedliche Clubs zusammentun, kann man sehr viel erreichen – das Club Kollektiv hat unglaublich viel erreicht. Die Stelle, in der ich heute hier bin, ist auch dem Club Kollektiv zu verdanken. Und jetzt haben wir auf einer höheren Ebene noch mal gesehen: Okay, wenn sich das Club Kollektiv mit der Eventkultur Rhein-Neckar zur IG Clubkultur zusammenschließt, die IG Clubkultur mit der DEHOGA und dem DTV in Diskussionen geht, dann kann man gemeinsam, weil man einfach auch eine starke Stimme hat und viele Betriebe vertritt, sehr viel erreichen.

Benny: Naja, ich denke und hoffe, dass wir aus dem Gröbsten raus sind. Es ist einfach schön, wieder geöffnet zu haben – alle lächeln, alle freuen sich. Da kriegst du wirklich auch ein bisschen Gänsehaut, weil es sich wieder anfühlt wie ein bisschen Normalität.

Nils: Mich würde jetzt auch interessieren, Benny, hattet ihr am vergangenen Wochenende das Gefühl, dass andere Leute bei euch im Club waren? Gerade 18-Jährige, die davor überhaupt gar nicht die Möglichkeit hatten?

Benny: Am Freitag hatten wir eine Veranstaltung, da hatten wir ein sehr junges Publikum. Zu denen meinte ich dann auch: Darf ich mal euren Ausweis sehen? Die waren das erste Mal im Club.

Resi: Wie geil das für die gewesen sein muss! Die kennen dieses Feiern im kontrollierten Rahmen ja meist gar nicht.

Nils: Da sieht man, wie viel Emotionen beim Feiern und im Nachtleben im Spiel sind, weil Leute irgendwie einen Ausgleich finden und wie sehr sie darauf gewartet haben. Auch für die Künstler:innen ist das brutal wichtig.

Benny: Hoffen wir einfach, dass alles im Rahmen bleibt und wir keinen Rückzieher mehr machen müssen. Das wäre schon Big Drama, weil wir planen jetzt endlich mal langfristig. Also, krass ist auch, wie sich die Schere bei den Bookings aufgetan hat. Die Kleinen kriegen jetzt noch weniger als früher und die Großen noch mehr. Die weltweite Nachfrage ist natürlich extrem angezogen.

Nils: Aber wie macht ihr das dann jetzt? Arbeitet ihr viel mit Locals und bucht nur noch einen großen Headliner?

Benny: Wir bauen jetzt unsere Residents auf, auch größere Namen. Wir machen mal ganz locker mit den Bookings, wir wollen da nicht gleich von Null auf Hundert gehen. Wir wollen auch keine Leute einfliegen aus der Weltgeschichte, das ist nicht die richtige Zeit dafür.

Nils: Glaubt ihr, dass das langfristig eine Tendenz bleiben wird und man sich zweimal überlegt, ob man den DJ aus Amerika einfliegen lassen muss?

Benny: Hoffe ich, ganz klar. Regionalität ist für uns sowieso ein wichtiges Thema.

Resi: Der gute Nebeneffekt wäre ja auch, dass man hier die regionalen Künstler unterstützt, weil wir haben richtig gute Leute hier. Also wenn man in Stuttgart ganz gut auflegen kann und hier spielt, würde sich das ökologisch und sozial Nachhaltige ja irgendwie ergänzen. Das wäre eine richtig gute Situation.

Nils: Genau deswegen hat mich jetzt interessiert, wie die Tendenz nach Corona ist – wie man es eben schaffen kann, die lokale Szene einfach stärker aufzubauen mit Hilfe von Headlinern. Auch das Thema Diversität spielt hier eine große Rolle. Für mich ist einer der wichtigen Punkte, die wir nach Corona hoffentlich beibehalten, dass wir einfach sagen: Okay, natürlich gibt es zwischen manchen Clubs einen Konkurrenzkampf und es wird auch nicht überall Überschneidungspunkte geben. Aber es gibt viele Themen, die wir gemeinsam angehen können. Wir können politisch viel, viel mehr erreichen, weil wir eine viel größere Stimme und dadurch auch eine größere Lobby haben.

Wortwechsel

Vielen Dank für die spannenden Einblicke!

News

Feine Delikatessen aus Frankreich: Tata Moustache

Tata Moustache

Mit dem Tata Moustache gibt es im Heusteigviertel eine neue Adresse für französische Feinkost! Das Store-Konzept, hinter dem ein Team um Künstlerin Claudia Fuchs, Ludéric Belhadj vom Weltcafé und „Galao“-Macher Reiner Bocka steckt, versorgt Fans französischer Leckereien mit einem ausgewählten Sortiment an Delikatessen: Wein, Käse, Schokolade, Honig und Senf made in Frankreich können hier unter anderem erstanden werden. Als „Tantchen“ des Café Moustache, das nur wenige Meter weiter liegt und sich teilweise auch die Betreiber teilt, werden im Tata außerdem feine Kreationen wie selbstgemachte Croissants angeboten. Die kleine Location im französischen Look soll bald auch Veranstaltungsort für besondere Weinverkostungen und andere Events werden. Ravi de te rencontrer, Tata Moustache!

Tata Moustache

Info: Tata Moustache

Weißenburgstraße 18
instagram.com/tata_moustache